Bimmelverbot für den Eismann? Anwohner fühlen sich gestört

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Carmelo Valastro vor seinem Eiswagen: Nach 14 Jahren wird es manchen Espenauern plötzlich zu laut.

Seit 14 Jahren fährt Carmelo Valastro mit seinem Eiswagen durch Espenau. Doch jetzt beschweren sich manche Anwohner. Der Grund: Seine Klingel sei zu laut.

Espenau. Eigentlich war es für Carmelo Valastro ein Tag wie jeder andere. Mit seinem Eiswagen fuhr er an einem schönen Sommertag durch die kleine Gemeinde Espenau, machte sich mit seiner Erkennungsmelodie bemerkbar. Der Eismann ist da! Die Kinder hatten wie so oft sehnsüchtig auf ihn gewartet.

Als er davonfuhr, bemerkte er einen älteren Herren auf einem Fahrrad, der ihn verfolgte. „Ich dachte er wolle noch schnell ein Eis kaufen“, sagt Carmelo Valastro, doch weit gefehlt: Valastro sei mit seiner Klingel viel zu laut, würde er ihn noch einmal erwischen, gebe es eine Anzeige, polterte der Anwohner. „Ich fahre seit 14 Jahren mit meinem Eiswagen durch Espenau, die Kinder und ihre Eltern lieben das und jetzt soll meine Klingel auf einmal zu laut sein?“, fragt sich Valastro.

Es ist nicht das erste Mal, dass er in diesem Jahr verbal angegriffen wurde und ihm ein rauer Wind ins Gesicht weht. „Dann hat mich das Espenauer Ordnungsamt angerufen und mich gebeten, das Gebiet, in dem der Mann wohnt zu meiden“, erklärt Valastro. Man bat ihn, im Neubaugebiet und in der Bahnhofsstraße einen Gang runterzuschalten, die Klingel nicht zu benutzen oder einen anderen Hupton zu verwenden, „doch dort wohnen am meisten Kinder und wenn ich nicht klingele bemerkt mich niemand“, so der Eismann. Benutzt er die andere Klingel an seinem Wagen, denken alle der Schrotthändler fährt durch die Straße und sein Erkennungsmerkmal ist dahin. „Mir hat man gesagt, bei der nächsten Beschwerde bekäme ich etwas schriftliches, vielleicht sogar eine Anzeige?“, so Valastro nachdenklich.

Bald kein Eis mehr für seine kleinen Kumpels Mats und Josua? Eismann Carmelo Valastro reicht Mareike Zuschlag eine Kugel Eis.

Dabei fährt der Eismann und Geschäftsführer des Eiscafés Da Fabio in Calden zwischen 17 und 19 Uhr durch den kleinen Ort. Auch in anderen Gemeinden ist er unterwegs, dort hat es bisher nie Probleme gegeben. „Es gibt immer Querulanten“, meint Mareike Zuschlag aus Espenau, „die Kinder freuen sich auf den Eismann und es ist schön für uns alle“, sagt sie. Ihr dreijähriger Sohn Mats und der Eismann seien schon richtige Kumpels geworden. „Wenn der Kleine ihn kommen hört, ist er nicht mehr zu bändigen“, sagt sie und lacht.

Beim Ordnungsamt Espenau liegt laut Bürgermeister Carsten Strzoda erst eine Beschwerde vor. „Das Problem wurde auf kurzem Dienstweg und bürgernah gelöst, der Beschuldigte gebeten, das Gebiet zu meiden und der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Bis jetzt hat es bei uns keine Beschwerden mehr gegeben“, sagt Strzoda. Die Kinder in Espenau hoffen, dass es dabei bleibt.

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