„Blaue Nächte“: Autorin Rebekka Knoll aus Edermünde veröffentlicht vierten Roman

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Die Autorin Rebekka Knoll serviert den Lesern in ihrem vierten Roman „eine Geschichte von durchtanzten Nächten, tiefer Leidenschaft und falschen Entscheidungen.“

Die nordhessische Buchautorin Rebekka Knoll stellt mit „Blaue Nächte” ihr viertes Werk vor. Die Geschichte, die ihren Anfang in einem 60er Jahre-Tanzlokal nimmt, handelt von durchtanzten Nächten, tiefer Leidenschaft und falschen Entscheidungen.

Edermünde/Schauenburg. „I won‘t, I won‘t come back to you“ schworen die Petards in den 60er Jahren der unbekannten verflossenen Liebe bei ihren Auftritten im legendären „Kettelclub“ in Elgershausen. Emil, Hauptfigur in „Blaue Nächte“, dem neuen Roman der nordhessischen Autorin Rebekka Knoll, kommt wieder. Er steht eines Tages vor dem Tanzlokal „Blue Nights“ um seine vor 50 Jahren verlorenen Liebe wiederzufinden.

„Inspiriert hat mich der ehemalige Kettelclub in Nordhessen. In den 60er-Jahren war er legendär weit über die Grenzen der Region hinaus“, verrät Rebekka Knoll. Zu Recherchezwecken besuchte sie den Club immer wieder, machte Fotos und führte Interviews mit Zeitzeugen. „Der Drummer der Petards, Arno Dittrich, schwärmt noch heute von vielen durchfeierten Nächten. Ihn habe ich für mein Buch interviewt – die 1960er-Jahre müssen eine wahnsinnig aufregende Zeit gewesen sein“, sagt Rebekka Knoll, die ihren Roman in zwei Zeitebenen verankert: Den 60er Jahren und heute.

„Die 1960er-Jahre waren eine aufregende Zeit. Damals hat die junge Generation so viel bewegt und verändert. Das Tolle ist: Viele Menschen, die damals jung waren, können uns heute noch sehr lebendig davon erzählen“, schwärmt Knoll. Sie hat es genossen, beim Schreiben immer wieder in diese Zeit des Umbruchs einzutauchen, die Musik von den Beatles, The Who oder den nordhessischen Petards zu hören.

In „Blaue Nächte“ hofft ein alter Mann darauf, nach 50 Jahren seiner verlorenen Liebe noch einmal zu begegnen. Ist die Autorin also hoffnungslos romantisch? „Im Alltag leider gar nicht, meine Freunde würden über diese Vorstellung breit grinsen. Aber es gibt Stunden, in denen es anders ist. Zum Beispiel dann, wenn es draußen gewittert. Oder wenn ich eine Sternschnuppe sehe. Dann will ich daran glauben, dass die Dinge aus einem bestimmten Grund passieren. Und dass die Geschichten, die wir erleben, eines Tages Sinn ergeben“, sagt Rebekka Knoll.

Und sie glaubt an die zweite Chance. Die, die ihre Romanfigur Milena, die im „Blue Nights“ der Gegenwart jobbt, dem alten Emil bei seiner Lotte verschaffen möchte. „Mir hat es großen Spaß gemacht, Emil nach all den Jahren wieder hoffen zu lassen. Ich glaube, wir haben viele Chancen verdient – und zum Glück ist das Leben manchmal voll davon.“

Übrigens: Wer die Liebesgeschichte von Emil und Lotte noch intensiver erleben möchte, dem sei die Webseite der Autorin empfohlen. Dort verweist sie nämlich auch auf eine Spotify-Playlist mit Songs, die für Romanfiguren und Autorin wichtig waren. Zudem zeigt sie auf einer Pinterest-Pinnwand, wie das Blue Nights, das Antiquariat Seitenschlag oder einzelne Figuren aussehen (könnten).

Autorin und Buch

Rebekka Knoll, 1988 in Kassel geboren, studierte in Erlangen, Bern und Berlin. Sie hat bereits mehrere Romane und ein Jugendbuch veröffentlicht und wurde mit dem Kurd-Laßwitz-Stipendium der Stadt Gotha ausgezeichnet. „Blaue Nächte“ ist ihr erster Roman im Penguin Verlag. Sie arbeitet in Kassel, lebt auf dem Land und fühlt sich von alten Tanzlokalen magisch angezogen. Blaue Nächte – Roman, 336 Seiten, 15 Euro, Penguin Verlag, ISBN 978-3-328-10368-4. Das Buch erscheint 13. Januar 2020.

EXTRA-INFO

Die Lesungen

Die Lesungen Region Rebekka Knoll zieht für ihre Lesetour nun mit Liedern aus den Swinging Sixties durch Tanzlokale, Cafés und Buchhandlungen. Premiere ihrer szenisch-literarischen Zeitreise ist am 17. Januar 2020 um 19.30 Uhr im Kettelclub, Schauenburg-Elgershausen. Während Rebekka Knoll aus ihrem Roman vorliest, wird sie von ihrer Schwester, Sängerin Carina Knoll, sowie vom Musiker und Sprecher Markus Keiner-Rockenbach begleitet. Immer wieder werden Songs aus dem Roman eingestreut: aktuelle Musik genauso wie fast schon vergessene Lieder der 1960er-Jahre. „Lotte und Emil aus meinem Roman hätte das gefallen – so ein musikalisches Event statt einer klassischen Lesung“, verrät Knoll.

Weitere Termine in der Region:

– 31. Januar, 20 Uhr, Schwalmstadt: Lesung mit Musik im Vinos La Copa

– 27. Februar 2020 Beverungen: Buchhandlung Lesbar

– 23. April 2020, 19.30 Uhr Gudensberg: Lesung mit Musik in der Mediathek

– 6. Mai 2020, 19.30 Uhr Melsungen: Lesung mit Musik im Kurhessenlädchen

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