Bleibt der Obelisk? AfD-Mann Materner: "Kunstwerk sieht aus wie ein Phallus-Symbol"

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Noch steht er auf dem Königsplatz: Der Obelisk.

In Kassel wird die Frage danach, ob der Obelisk bleiben soll viel diskutiert. Für Kopfschütteln hingegen sorgt AfD-Politiker Thomas Materner.

Kassel. Soll er bleiben oder nicht, der Obelisk auf dem Königsplatz? Diese Frage wird in Kassel viel diskutiert – nicht nur auf der Straße, auch im Kulturausschuss war der mögliche Ankauf des Obelisk von Künstler Olu Oguibe ein Thema. Oberbürgermeister Christian Geselle gefällt das Kunstwerk, er findet ihn aus persönlicher Sicht „sehr gelungen“ und stellte klar: „Der Obelisk kann auf dem Königsplatz bleiben, das ist auch technisch möglich. Aber natürlich müssen auch die Bürger mitziehen“. Zuvor war diskutiert worden, ob das Fundament des documenta-Kunstwerks verstärkt werden muss.

Für Kopfschütteln sorgten hingegen die Äußerungen von Thomas Materner, Stadtverordneter der AfD, der das Kunstwerk als „ideologisch polarisierende, entstellte Kunst“, bezeichnete. Obendrein sehe seiner Meinung nach der Obelisk wie ein Phallus-Symbol aus und kündigte an, dass die AfD „bei jedem von einem Flüchtling begangenen Anschlag zu Demonstrationen am Obelisk aufrufen wird.“ Auf dem documenta Kunstwerk steht in goldener Schrift: „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt.“

Gernot Rönz von den Grünen möchte seine Zustimmung auch vom Ankaufspreis abhängig machen. Die CDU hielt sich noch bedeckt, man habe noch keine Fraktionsmeinung, erklärte Marcus Leitschuh. Allerdings sprach sich Holger Römer (CDU) für den Ankauf des Obelisk, aber gegen den Standort am Königsplatz aus. Am 5. September wird eine Kommission der Stadt Empfehlungen aussprechen, welche documenta Kunstwerke gekauft und damit dauerhaft in Kassel bleiben sollen.

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