Bouffier: Drohungen der Automobilindustrie sind unanständig

Schafft es immer noch, ihre Anhänger zu begeistern: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Bild mit (vli.) Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Ministerpräsident Volker Bouffier und Ehefrau Ursula.
+
Schafft es immer noch, ihre Anhänger zu begeistern: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Bild mit (vli.) Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Ministerpräsident Volker Bouffier und Ehefrau Ursula.

Endspurt im Hessenwahlkampf: Die beiden Spitzenpolitiker der CDU Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier waren in Kassel zu Gast.

Kassel. Endspurt im Hessenwahlkampf. Der EXTRA TIP sprach mit beiden Spitzenpolitikern der Christdemokraten. Schon seit Wochen ist Ministerpräsident Volker Bouffier in Hessen unterwegs. Gibt sich bürgernah bei Currywurst und Kaffeetrinken. Im Endspurt ist Bundeskanzlerin Angela Merkel an seiner Seite. Und davon verspricht er sich eine ganze Menge. „Überall wo wir auftreten sind die Hütten voll. Es kommen Tausende. Aber wir müssen gar nicht drum herum reden – Berlin hilft uns sonst nicht.“ Mit seinem Diesel ist Bouffier im Wahlkampf unterwegs und freut sich, dass er im Bundesvorstand darauf hinwirken konnte, dass der Emmissionsschutzgesetz geändert werden soll. „Fahrverbote sind das allerletzte Mittel und aktuell völlig überzogen. Wir wollen moderne Busse in den Städten, wollen die Autohersteller weiter unter Druck setzen, nachzurüsten. Die Dieselfahrer müssen geschützt werden.

Dichtes Gedränge: Jeder wollte der Kanzlerin nah sein oder ein Foto von Angela Merkel erhaschen.

Die Drohung des VW-Chefs ein Viertel der Beschäftigten zu entlassen, ist unanständig und interessiert mich nicht.“ Und natürlich ist Bouffier auf die Erfolge seiner Regierung in Nordhessen stolz: „Wir haben Nordhessen mit zwanzig Prozent Arbeitslosigkeit erlebt. Jetzt ist die Region fast bei Vollbeschäftigung. Wir haben hunderte Millionen in die Museumslandschaft, die Universität, den Flughafen gesteckt, das Fraunhofer-Institut geholt. Wir stehen für die Zukunft der documenta.“ Und nach der Wahl? „Breitband und Mobilfunk wird mit 50 Millionen gefördert. Die berufliche Bildung wird ausgebaut. Die Pflege und die medizinische Versorgung auf dem Land stehen ganz oben auf der Liste. Wir wollen die Landarztquote im Medizinstudium.“

„Es geht um Hessen“

Und wie läuft sonst der Wahlkampf? „Bei Currywurst und Kaffee bin ich mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Die Atmosphäre war immer angenehm, aber davon hat man noch keine Wählerstimmen. Ich sage allen immer: Hessen braucht politische Stabilität. Die garantiert nur die CDU. Und noch eins: In diesem Wahlkampf geht es um Hessen!“ Sprach`s und spricht gleich anschließend im La Strada an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und die ist so richtig gut drauf. „Ich habe Ihnen in den letzten Jahren viel zugemutet“, brachte sie die Anwesenden gleich auf ihre Seite. „Wir haben viel erreicht mit der Bundesregierung, aber viel nicht richtig rüber gebracht. Da freut es mich ganz besonders, dass ich mich immer auf Volker Bouffier verlassen konnte. Er war immer da - unaufgeregt, vertrauensvoll, bodenständig und verschwiegen.“

Am Rande einer Wahlveranstaltung: Ministerpräsident Volker Bouffier und Chefredakteur Rainer Hahne.

Deshalb helfe sie ihm ganz besonders gern im hessischen Wahlkampf. Hessen sei das wirtschaftlich stärkste Bundesland. Nordhessen mit fast Vollbeschäftigung der Topstandort Hessen. Das müsse Menschen, die das Inverno des zweiten Weltkrieges, die vollständige Zestörung der Stadt erlebt hätten, wie ein Wunder vorkommen. Das sei aber auch eine Verpflichtung in der Friedensunion Europa. „Wer glaubt, dass Frieden eine Selbstverständlichkeit ist, muss sich nur mal umschauen. Unsere Soldaten stehen auf dem Balkan, in Afghanistan, in Afrika. Frieden muss man sich hart erarbeiten. Und wir sind bereit überall zu helfen – wenn dort eigene Anstrengungen da sind. Dann sind wir da.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert
Kassel

Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert

Erneut wurde das Verbindungshaus der Studentenverbindung Germania in Mitleidenschaft gezogen. Dieses Mal soll es sich um eine Rohrbombe im Briefkasten gehandelt haben.
Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert
Die Nächste, bitte: Franziska Temme aus Kassel ist Kandidatin beim Bachelor 2022
Kassel

Die Nächste, bitte: Franziska Temme aus Kassel ist Kandidatin beim Bachelor 2022

Sie sei nicht nur schön, sondern auch klug, sagt die 26-jährige Kasselerin Franziska Temme über sich selbst im Video, welches jede Kandidatin der diesjährigen …
Die Nächste, bitte: Franziska Temme aus Kassel ist Kandidatin beim Bachelor 2022
Kassel: Impfstelle in der Wolfsschlucht schließt am 24. Januar
Kassel

Kassel: Impfstelle in der Wolfsschlucht schließt am 24. Januar

Die Impfstelle der Stadt Kassel in der Wolfsschlucht/Lyceumsplatz wird ab Montag, 24. Januar, vorläufig geschlossen. Aufgrund der zurückgegangenen Nachfrage wird die …
Kassel: Impfstelle in der Wolfsschlucht schließt am 24. Januar
Konzept9: Showroom mit besonderer Patina
Kassel

Konzept9: Showroom mit besonderer Patina

Conceptstore und Eventfläche: Klaus Pauksch gibt alter Industriehalle neuen Charme
Konzept9: Showroom mit besonderer Patina

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.