Vom Brand bis zur Bockwurst: Bildband "Alt-Kassel" erzählt Stadtgeschichte

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Der Opernplatz: Wo in den 1930er Jahren der Palais Waitz von Eschen stand, ist heute das C&A-Kaufhaus. Das Spohr-Denkmal in der Mitte des Platzes gibt es nach wie vor.

Der ehemalige Stadt-Archivar Frank-Roland Klaube hat ein Buch mit  geschichtsträchtigen Bildern vom Kassel der 1930er Jahre veröffentlicht.

Kassel. Von Geflügelverkäufern auf dem Königsplatz bis zur Eröffnung des Freibades Wilhelmshöhe: Einen Bildband mit geschichtsträchtigen Motiven aus Alt-Kassel hat der ehemalige Kasseler Stadtarchivar Frank-Roland Klaube herausgebracht. Dazu hat er das umfangreiche Archiv des Fotohauses Carl Eberth, dessen knapp 56.000 Bilder 2006 an das Kasseler Stadtarchiv übergeben wurden, genauestens studiert und eine Auswahl von möglichst neuen, unentdeckten, aber auch Kassel-typischen Motiven getroffen.

100 aussagekräftige Bilder haben es schließlich in das Buch „Alt-Kassel“ geschafft, das im Wartberg-Verlag erschienen ist. Zu ihnen hat Klaube jeweils kleine Erklärungen, Geschichten und Anekdoten verfasst, die sie in das Zeitgeschehen einordnen lassen. „Ich wollte möglichst beschreiben, was auf den Fotos nicht zu sehen ist“, erklärt der Autor.

In guter Zusammenarbeit: Dr. Stephan Schwenke vom Kasseler Stadtarchiv und Dörte Rienäcker von Wartberg Verlag unterstützten Autor Frank-Roland Klaube (Mitte) bei der Veröffentlichung des Bildbandes „Alt-Kassel“.

Angelegt ist das Buch wie ein Spaziergang durch das Kassel der 1930er Jahre. Angefangen in der Innenstadt, über den Altmarkt führen die Bilder aber auch durch Stadtteile wie Niederzwehren, Bettenhausen und Waldau, über den Vorderen Westen und bis nach Harleshausen. „Die Auswahl der Bilder habe ich nach geografischen Gesichtspunkten getroffen. Mir war es aber auch wichtig, möglichst lebendige Bilder zu zeigen. Schließlich ist es für viele interessant zu sehen, wie die Menschen damals lebten und aussahen“, so Frank-Roland Klaube.

Eine spannende wie aussagekräftige Mischung aus Momentaufnahmen von Menschen, Ereignissen und Gebäuden kam dabei heraus. „Von den barocken Häuserfassaden im schönen Vorkriegs-Kassel, über Stadtbrände und der Demolierung der Synagoge, bis zur Bockwurst auf dem Wochenmarkt sollte alles dabei sein“, erklärt Klaube seinen Anspruch. Die meiste Sichtungsarbeit habe er, anders als noch vor zehn Jahren, dank des Internets von Zuhause aus machen können. Seit 2011 digitalisiert das Kasseler Stadtarchiv die Fotos von Carl Eberth und seinem gleichnamigen Sohn. Das Buch ist überall erhältlich, wo es Bücher gibt.

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