Brief von Rainer Hahne an Dr. Thomas Schäfer

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Post an Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: "Calden, wohin fliegst Du?"

Sehr geehrter Finanzminister Dr. Thomas Schäfer,Sie sind der Aufsichtsratsvorsitzende des Regionalflughafens Kassel-Calden. Der ist eigentlich noch in den Kinderschuhen, wurde mitten im Wahlkampf geboren und fängt allmählich an zu laufen.Mit der Germania hat er einen Paten gefunden, der ihm bei diesen ersten Schritten zuverlässig hilft, anstatt ihm, wie vorher geschehen, immer mal wieder ein Bein zu stellen.In dieser Situation hat der neue Geschäftsführer Ralf Schustereder einen Zehn-Jahresplan für die Jahre 2015 bis 2024 vorgelegt. Das ist mehr als vernünftig, denn auch Sie, Herr Schäfer, haben ja immer wieder betont, dass der Flughafen Zeit zur Entwicklung benötigt.Schaun wir also mal, wie die EU diesen Plan beurteilt. Immerhin geht er ja davon aus, dass die ursprünglichen Annahmen, man könne nach zehnjährigem Betrieb 640.000 Passagiere in Calden jährlich zählen, zu optimistisch waren. Nach den Erfahrungen diesen Jahres prognostiziert man jetzt rund eine halbe Million Passagiere pro Jahr. Ja, einige notorische Besserwisser werden jetzt darauf hinweisen, dass das nur 250.000 Menschen sind. Aber es ist nun mal so, dass an allen Flughäfen dieser Welt ankommende und wegfliegende Passagiere gezählt und bezahlt werden.Wie auch immer, der Zehn-Jahresplan ist so angelegt, dass 2022 erstmals schwarze Zahlen geschrieben werden sollen.  Laut EU hat der Flughafen dazu bis 2024 Zeit. Nach Adam Riese und Eva Zwerg müßte also in Brüssel alles problemlos über die Bühne gehen.Stellt sich nur die Frage, warum Ihre Koalition sich bereits 2017 so intensiv und offensichtlich auch mit drastischen Konsequenzen erneut mit den Finanzen des Flughafens beschäftigen wird. Übrigens geht niemand davon aus, dass bis dahin Geschäftsführer Schustereder  und seine Mitstreiter nicht ständig durch Anfragen aus Wiesbaden – von wem auch immer – in ihrer Arbeit gestört werden.Hilfreich ist es sicherlich auch nicht, ständig darauf hinzuweisen, dass möglicherweise eine Rückstufung zum  Verkehrslandeplatz die Attraktivität Nordhessens senken könnte. Und natürlich Arbeitsplätze in Gefahr bringen würde.Warten wir doch einfach mal ab wie der Flughafen mit den zusätzlichen Lasten durch Nachforderungen und hoheitliche Aufgaben fertig werden wird.  Und Sie, Herr Schäfer, sollten als "Trainer” der Einrichtung beachten, dass die  Motivation der Spieler überlebenswichtig ist. Bisher ist davon wenig zu sehen.  "Angst essen Seele auf” passst eher auf die Situation der Beschäftigten, die sich als Spielball der Politik sehen.

Mit bilanziellen GrüßenRainer HahneChefredakteurP.s. Turkish Airlines hat ja mittlerweile auch das Signal gegeben, dass man mit den finanziellen Rahmenbedingungen in Calden einverstanden sei. Jetzt fehlen nur noch ein paar Flugzeuge und dann kann es irgendwann los gehen.

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