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Briefwechsel an AfD-Mitglieder von Storch und Petry

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Von: Rainer Hahne

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Extra Tip-Chefredakteur Rainer Hahne widmet seinen aktuellen Briefwechsel Beatrix von Storch und Frauke Petry von der AfD.

Guten Tag Frau Petry, Frau von Storch,

na, haben Sie gut geschlafen? Ich hoffe nicht. Ich habe am Wochenende meinen Augen nicht getraut, als ich lesen musste, dass Sie fordern, dass an unseren Grenzen auf Flüchtlinge geschossen werden soll.Sie, Frau von Storch, haben sogar ausdrücklich bestätigt, dass das auch für Kinder gelten soll. Erst nach einem gewaltigen Shitstorm bei facebook, als Ihnen Zehntausende klar gemacht haben, dass Sie offensichtlich ganz große Probleme haben, sind Sie, Frau von Storch, zurückgerudert. Es solle natürlich nicht auf Kinder geschossen werden – nur auf Frauen. Ja, sind Sie denn eigentlich wahnsinnig geworden? Glauben Sie allen Ernstes, dass unser Gesetz es her gibt, auf Frauen und Kinder zu schießen, die unsere Grenze überschreiten, ohne dass alle Formalitäten erfüllt sind?Die Gewerkschaft der Polizei hat diese unfassbaren Forderungen in aller Deutlichkeit abgelehnt. "Kein deutscher Polizist würde auf Flüchtlinge schießen. Wer ein solch radikales Vorgehen vorschlägt, will offenbar den Rechtsstaat aushebeln und die Polizei dazu benutzen”, sagte GdP-Vize Jörg Radek. "Waffen dürfen nur zur Abwehr einer unmittelbaren Gefahr eingesetzt werden. Die illegale Einreise von Flüchtlingen gehört garantiert nicht dazu.”Frau von Storch, mir ist es völlig egal, ob Fachleute Sie als nationaltümelnde Patriotin, als radikale Kraft für die radikalen, christlich-konservativen Belange der AfD einschätzen. Auch Ihre Vereine, die Sie mit Ihren Familienangehörigen gegründet haben, interessieren mich überhaupt nicht. Für mich ist nur eins klar: Nach Ihren Forderungen vom Wochenende haben Sie in der Politik nichts mehr zu suchen. Tun Sie Deutschland einen letzten großen Gefallen. Verlassen Sie sofort das Europaparlament. Dort bewegen Sie sowieso nichts. Niemand in Brüssel kann sich daran erinnern, dass Sie bisher irgend etwas Sinnvolles in das Parlament eingebracht haben. Nur einmal haben Sie sich zur Geschäftsordnung gemeldet, hatten aber leider verschlafen, dass über die Angelegenheit schon abgestimmt worden war. Dass Sie in Brüssel sind, ist rausgeschmissenes Geld. Gespannt bin ich auf die Reaktionen Ihrer AfD-Mitstreiter in Nordhessen. Bis heute habe ich noch nirgends gesehen, dass irgend jemand dieser Herren sich von Ihren Aussagen distanziert hat. Schon als Ihr Vize Alexander Gauland von "Geländegewine, es geht um Abwehrkampf”, faselte, haben sie geschwiegen. Eigentlich müsste man sich bei Ihnen, meine Damen, bedanken. Wir wissen jetzt genau, was wir von Ihnen zu erwarten haben.

Mit angeekelten GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Schön übrigens für Ihren Mann, Frau Petry, dass Sie sich von ihm getrennt haben. Jetzt leben Sie mit dem AfD-NRW-Chef Pretzell zusammen, der auch gefordert hat, Schusswaffen gegen Flüchtlinge einzusetzen. Auf jeden Topf passt eben ein Deckel. Nur Ihre Kinder tun mir leid.

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