Briefwechsel: „Ahler Schulz und dicke Nahles“

Sehr geehrter Martin Schulz, sehr geehrter Christian Lindner, sehr geehrter Horst Seehofer, na, wie waren die letzten Tage? Sie, Herr Schulz, dürften zweifelsohne die meisten Prügel bekommen haben. Auf Lob hoffend, haben Sie das Mikro ergriffen und erneut alle Gespräche abgelehnt.

Bundespräsident Steinmeier (SPD) hat darauf in aller Deutlichkeit reagiert. Und hinter den Kulissen rumoren die Mitglieder. Was hat mir doch ein alter Fahrensmann gesagt: „Uns Sozis kannste doch verbrennen. Sprechen wollense nich. Haben die se noch alle? Macht der Schulz doch nur nicht, weil er dann die Eier weg hat. Und Schäfer-Gümbel hofft, dass er ohne Groko Chancen hat in Hessen.

Der wird doch nie gewählt. Mit Nancy Faeser könnte das klappen. Und jetzt Neuwahlen. Andere haben Lindner oder so. Und wir? Wir haben den ahlen Schulz oder die dicke Nahles.“ Ja, die Stimmung in der SPD scheint mir nicht ganz so optimal zu sein, Herr Schulz, oder? Irgendwie habe ich das Gefühl, das die „Spitzenfunktionäre“ Sie auf ihr Mittelmass runtergezogen haben.

Mit denen können Sie nicht viel reißen. Vielleicht die 20-Prozent- Hürde nach unten. Und Sie, Herr Lindner, Sie Hoffnungsträger der FDP? Sie müssen erst noch beweisen, dass Sie mehr können als keine Krawatte zu tragen und einen auf Yuppie zu machen. Nach diesen wochenlangen Gesprächen und Verhandlungen kann man erst mal sagen: Nicht geliefert. Ihre liberalen Vordenker wären entweder schnell ausgestiegen oder hätten eine vernünftige Lösung geliefert.

Stattdessen haben Sie nachts die Gespräche gekippt und das morgens schon professionell und gut vorbereitet in den sozialen Medien präsentiert. Leute, die sich nicht mit der Klammerbürste pudern, könnten auf den Gedanken kommen, dass das genauso geplant war. Irgendwie blöd. Aber im Zeitalter von „Dschungelcamp“ und „Adam sucht Eva“ könnte das klappen. So ganz würde ich aber nicht darauf setzen. Aus dem Kopfsprung könnte ein Bauchplatscher werden. Raketen-Yotta läßt grüßen. Warum haben Sie eigentlich den ahlen Kubicki mit in die Sitzungen genommen?

Der hat doch mit seinem Vize- Präsidentenposten schon abgesahnt. Und Sie, Herr Seehofer? Gibt’s Sie eigentlich noch? Mit Verkehsminister Dobrindt haben Sie die größte Nulpe Bayerns in die Verhandlungen geschickt. Ihre möglichen Nachfolger durften schön zuhause bleiben. Wie, um Gottes Willen, sollten dabei vernünftige Ergebnisse erzielt werden? Die nächsten Bayernwahlen werden über Sie den Stab brechen.

Mit wählerischen Grüßen
Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Dass Sie sich aber selbst nach Berlin getraut haben, Herr Seehofer, hat mich gewundert. Haben Sie keine Angst, dass Sie als ordentlicher Christ und Familienvater Ihrer Geliebten und Ihrem Sohn über den Weg laufen könnten? Seien Sie doch froh, wenn Sie sich endlich zur Ruhe setzen können.

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