Briefwechsel: Ehre, wem Ehre gebührt!

Chefredakteur Rainer Hahne richtet das Wort an Alfred Schmidt.

Sehr geehrter Alfred Schmidt,

vor geraumer Zeit waren Sie hessischer Wirtschaftsminister, haben damals schon immer über die Grenzen geblickt. Sie gehören zu den Politikern, die heute die absolute Ausnahme sind.

Nach der Volksschule haben Sie die Malerlehre absolviert, wurden 1960 Malermeister, besuchten dann die höhere Fachschule in Stuttgart, bevor Sie sich in Kassel selbstständig gemacht haben.

Nebenher waren Sie in der FDP aktiv, wurden 1968 Bezirksvorsitzender und 1979 Vorsitzender des FDP-Bezirks Nordhessen. Von 1974 bis 82, von 1983 bis 1987 sowie von 1991 bis 1995 waren Sie Mitglied im Hessischen Landtag. Waren zeitweise Vizepräsident.

Am 24. April 1987 wurden Sie für vier Jahre Staatsminister für Wirtschaft und Technik. Wenn man heute diese Berufspolitiker betrachtet, die entweder gleich Politik studiert haben oder über den Umweg Schule oder Jura in die Landtage kommen, kann man sich das gar nicht mehr vorstellen. Vor allem kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass jemand nach dieser langen und sicher kräftezehrenden Zeit anschließend ehrenamtlich in Kassel für sein Nordhessen als Wirtschaftsförderer arbeitet.

Aber wahrscheinlich kann man gar nicht anders, wenn man sein Leben lang gearbeitet hat. Ich kenne viele Selbstständige, die nach ihrem 65. Lebensjahr einfach weiter arbeiten. Nicht weil Sie es aus finanziellen Gründen müssten, sondern weil es ein wichtiger Teil Ihres Lebens ist.

Für Nordhessen war es ein wahrer Segen, dass Sie so und nicht anders ticken. Das war schon so, als Sie während Ihrer Zeit als Wirtschaftsminister von einem chinesischen Studenten angesprochen wurden und gebeten wurden, einen Kontakt zum TÜV Hessen zu ermöglichen.

Sie haben dem Jungen geholfen und Nordhessen damit auch. Denn dieser Junge ist mittlerweile einer der einflussreichsten Berater des chinesischen Staatspräsidenten. Mit ihm zusammen haben Sie das Netzwerke Hessen China aufgebaut, das überall in China Kooperationsverträge mit Regionen, Firmen und Universitäten geschlossen.

Über sechzig Reisen ins „Reich der Mitte“ haben Sie hinter sich. Und nur absolut Ahnungslose würden Sie darum beneiden, denn diese Reisen waren Strapazen ohnegleichen. Zweimal war ich dabei und habe mir nur gewünscht, dass ich in Ihrem Alter noch so fit bin.

Für die Chinesen sind Sie der „große alte Mann aus Deutschland“, ein Freund des Landes. Wie war doch all die Jahre ihr Motto: "Ich möchte dieses große Land nicht als unseren Feind, nicht als Konkurrent, sondern nur als Freund erleben."

Sie, Herr Schmidt, haben alles dafür getan. Und ihre nordhessische Heimat hat davon profitiert.

Mit dankbaren Grüßen
Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Ich freue mich, dass Sie dem Netzwerk Hessen-China als Ehrenpräsident auch weiterhin und noch möglichst lange mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bildergalerie: Die Connichi 2017 am zweiten Tag

Kassel. Die Mangas sind wieder los: Connichi lockt wieder viele Paradiesvögel nach Kassel. Am Wochenende findet die 16. Manga-Messe Connichi statt. 
Bildergalerie: Die Connichi 2017 am zweiten Tag

Kassel: TV-Anwalt Christopher Posch eröffnet Boardinghouse im Ex-Knast

Dort wo früher Tristesse herrschte sind moderne Appartements entstanden. „Livinspace-Boardinghouse“ heißt das Ganze.
Kassel: TV-Anwalt Christopher Posch eröffnet Boardinghouse im Ex-Knast

Zwischen Bären und Behörde: Sammelleidenschaft wird Rentnerin zum Verhängnis

Rentnerin Monika Öhm (67) sammelt seit 35 Jahren Teddybären in allen Formen und Größen. Nun soll sie ihre Wohnung räumen.
Zwischen Bären und Behörde: Sammelleidenschaft wird Rentnerin zum Verhängnis

Rendezvous mit dem Herbst: So schön ist der Kasseler Herbstzauber

Am Freitag Morgen eröffnete in der Karlsaue und auf der Blumeninsel Siebenbergen der Herbstzauber. Eine große Bildergalerie gibt es hier!
Rendezvous mit dem Herbst: So schön ist der Kasseler Herbstzauber

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.