Briefwechsel: KSV - Eine ganz heiße Schlussphase

Sehr geehrter Jens Rose, Sie sind der Dienstälteste im Vorstand des KSV Hessen Kassel.

Sie haben nicht zum ersten Mal erlebt, was es heißt, dass die Kassen so richtig leer sind. Diese Saison dürften Sie aber trotzdem nicht vergessen. In Konkurs gegangen, mit neun Punkten Abzug gestartet, ein Blitzstart in die Saison – und dann diese scheinbar unendliche Serie siegloser Spiele und das Tabellenende.

Spätestens nach dem Start in die Rückrunde und nach der krachenden 1:4-Niederlage beim Aufsteiger Schott Mainz haben nur noch die eingefleischtesten Fans einen Cent auf den Klassenerhalt des KSV Hessen Kassel verwettet.

Doch dann haben sich die Wolken verzogen. 2:1-Sieg gegen die Bundesliga-Reserve von Hoffenheim, ein 3:1-Sieg in Steinbach gegen den alten Trainer, der so schlecht verlieren kann. 2:0 gegen den SSV Ulm, der vor Jahren mit seinem Konkurs den Aufstieg des KSV verhindert hatte. Ein Unentschieden in Elversberg, ein knappes 3:2 gegen Aufsteiger Völklingen. Dem 0:3-Rückschlag in Freiburg gegen die Bundesliga-Reserve folgte ein 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers. Ein 0:0 in Mainz und im Hessenderby gegen den FSV Frankfurt ein 2:0-Sieg. Das Spiel in Worms war am Redaktionsschluss noch nicht zuende.

Wie auch immer – noch ist alles drin für die Löwen. Mein Tipp: Am 12. Mai gewinnt der KSV zuhause das Nordhessenderby gegen Stadtallendorf mit 2:0, schickt den Neuling in die Hessenliga und bleibt Regionalligist. Eine Woche später wird der KSV mit einem 1:0 gegen Steinbach Hessenpokalgewinner – ausgerechnet in Stadtallendorf. Sie, Jens Rose, haben sich schon um Sonderzüge gekümmert.

Daneben plant der komplette Vorstand schon seit Monaten zweigleisig. Damals gab es keine Chance, überhaupt an den Verbleib in der Regionalliga zu denken. Es ist ein großer Verdient von Trainer Tobias Cramer und seinem Team, dass die Mannschaft in aussichtsloser Lage in die Spur zurückgefunden hatte. Jeder Punkt wurde hart erkämpft. Das geht natürlich auf Kosten der spielerischen Eleganz. Dass sie sich dafür vom HR-Moderator verhöhnen lassen mussten, ist schon eine absolute Frechheit, die mich sprachlos gemacht hat.

Doch das spielt keine Rolle. Auf allen Ebenen wird um den Klassenerhalt gekämpft. Und vielleicht stellt auch die nordhessische Wirtschaft bald mal fest, das dieser Verein und vor allem seine treuen Fans Unterstützung verdient hat. Es kann einfach nicht sein, dass es nicht gelingt, für die nächste Saison einen Hauptsponsor zu finden, denn dann könnte die Jugendstrategie des KSV, der auf den eigenen Nachwuchs setzt, erst recht aufgehen.

Mit hoffnungsvollen Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Und dann kommt das Freundschaftsspiel gegen Hannover 96. In der ersten DFB-Pokalhauptrunde ziehen die Löwen den FC Bayern München. Man wird doch wohl mal träumen dürfen.

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