Briefwechsel: Gefährder müssen raus!

Sehr geehrte Polizisten, gleich fünfhundert Eurer Kollegen waren unterwegs, um in einigen Städten die Wohnungen von syrischen Asylbewerbern zu durchsuchen, die ganz offensichtlich mit dem IS, dieser Bande von Mördern und Vergewaltigern, sympathisieren.

In einem Fall war die dadurch entstandene Gefährdung offensichtlich so groß, dass man es ein wenig an der sonst üblichen Höflichkeit fehlen ließ und die Tür zur Wohnung einfach aufsprengte. Nicht ganz fair, nicht ganz fein, aber auch nicht sonderlich laut, denn ein Nachbar, der den Knall hörte, hatte nur die Röhre in seinem Fernseher in Verdacht, die – ganz offensichtlich nach Jahrzehnten – implodiert sein könnte. War sie aber nicht. Stattdessen wurden die Nachbarn abgeführt, die in der ganzen Umgebung als äußerst freundlich und hilfsbereit eingeschätzt worden waren.

So eine Einschätzung leidet natürlich ein wenig darunter, wenn der Knall einer Explosion mal wieder durch das Treppenhaus dröhnt und der liebe Nachbar mal wieder in Handschellen abgeführt wird. Ratlos wird dann Otto Normalnachbar, wenn die so Abgeführten bereits am nächsten Tag wieder da sind. Nichts festgestellt hatte die Staatsanwaltschaft und das Verfahren erst gar nicht eröffnet. Auf so eine milde Vorgehensweise darf der normale Mittelständler und Steuerzahler nicht hoffen.

Wenn bei dem der Staatsanwalt mit einer Hundertschaft auftaucht und einen Bäckerladen, eine Fleischerei oder einen Omnibusbetrieb umstellt, um ja keinen „Kriminellen“ entwischen zu lassen, darf sich der Betroffene auf eine intensive und kostenträchtige „Zusammenarbeit“ mit dieser Behörde freuen. Sollte das der Grund dafür gewesen sein, dass die IS Freunde so schnell wieder auf freiem Fuß waren? Treiben unsere lieben Staatsanwälte lieber Steuern ein und Sozialabgaben? Unsere Zöllner sind ja schon lange nicht mehr an den Grenzen, sondern kümmern sich um Otto Normalautofahrer, der seine Kfz-Steuer nicht rechtzeitig gezahlt hat. Der bekommt jetzt auch bewaffneten Besuch.

Natürlich könnte es sich in diesem IS-Fall auch um die typischen Meinungsverschiedenheiten zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft gehandelt haben. Der einen Truppe brennt der schräge Vogel insbesondere nach Berlin unter den Fingernägeln. Die anderen sehen rechtliche Probleme, die Verdächtigen erst einmal in Sicherungsverwahrung zu packen und dann in aller Ruhe die gesammelten Computer zu sichten. Wir wollen und müssen ein Rechtsstaat sein, aber die Sicherheit unserer Bürger geht vor, wenn es um Leute geht, die zumindest IS-verdächtig sind.

Mit ironischen Grüßen
Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Ich freue mich ganz besonders, dass die Staatsanwälte den Verdächtigen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit attestiert haben. Hätte ich auch gemacht, um wieder rauszukommen. Ich bin gespannt, ob die zur nächsten Vorladung kommen.

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