Briefwechsel: Happy birthday, Airport Kassel!

Sehr geehrter Lars Ernst, Sie sind der Geschäftsführer des Airports in Calden und konnten mit ihrem Flughafen den fünften Geburtstag feiern.

Gemacht haben Sie das nicht mit einer großen offiziellen Feier – wäre in den Osterferien auch schlecht möglich gewesen, sondern äußerst zurückhaltend mit einer Presseerklärung und einigen Gläschen Sekt für Freunde des Flughafens und für die Kunden, die an diesem Geburtstag mit einer Maschine Ihrer wichtigen Partner Schauinsland und Sundair nach Gran Canaria geflogen sind.

Fünf Jahre alt ist Ihr Flughafne geworden, aber gefühlt ist er schon fünfzig – soviel hat er schon erlebt. Wenn ich nur an den Tag der Eröffnung denke. Den ganzen Tag lief im öffentlich-rechtlichen Radio alle Stunde ein Interview mit am Grünen Al Wazir, der unermüdlich betonte, dass niemand diesen Flughafen brauche. Heute ist dieser Mann Hessens Wirtschaftsminister, war noch kein einziges Mal auf Hessens zweitem Flughafen und würde ihn wohl ohne seinen Fahrer auch nicht finden. Hilfe konnte das Geburtstagskind von diesem Herrn nicht erwarten. Hat sich trotzdem in den letzten Jahren gut entwickelt.

Hilfe gab’s immer vom Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der als Aufsichtsratsvorsitzender immer betont hat, dass der Flughafen zehn Jahre brauche, bis er in voller Blüte dastehe. Wer halbwegs Ahnung vom Aufbau eines Geschäftes hat, konnte dem nur immer zustimmen. Schauen wir doch mal auf den aktuellen Stand. Wer jetzt zum Flughafen fährt, findet ein Schmuckkästchen vor. Die kostenlosen Parkplätze in Gehweite sind gut gefüllt. Die Abfertigungshalle mit ihrer Holzdecke aus nordhessischen Hölzern ist ein Hingucker und unterscheidet sich wohltuend von den Betonhöhlen moderner Flughäfen wie Frankfurt oder der Berliner Ruine.

Gerade ältere Kunden, die einmal von Kassel aus geflogen sind, betonen: „Hier ist es toll. So schön ruhig, keine Hektik. Hier hat man Urlaub vom ersten Moment an. Von hier aus fliegen wir wieder.“ Und was machen die wichtigen Partner Schauinsland und Sundair? Die haben vor einigen Monaten einen Flieger in Kassel stationiert und werden im Sommer einen zweiten folgen lassen. Damit kann die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden.

Und als Geburtstagsgeschenk gab es schon Anfang April die Information über den Winterflugplan: „Sundair liegt von November bis April bis zu zweimal wöchentlich nach Ägypten sowie einmal wöchentlich auf die Kanarischen Inseln nach Teneriffa, Fuerteventura und Gran Canaria.“

Was will das nordhessische Urlauberherz noch mehr? Jetzt müssen wir uns nur noch in der kalten Jahreszeit häufiger in die Sonne wagen.

Mit fliegerischen Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Finanziell ist der Airport Kassel seit einiger Zeit ein Erfolgsmodell für das Land Hessen. Knapp fünf Millionen Euro muss das Land jährlich investieren, kassiert deutlich mehr Steuern.

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