Briefwechsel an die Kasseler: Dreck, wohin das Auge schaut

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Seinen Briefwechsel richtet Chefredakteur Rainer Hahne an die Kasseler. Denn ein Blick auf Plätze in und um die Stadt zeigt: Es ist ziemlich dreckig!

Sehr geehrte Kasseler, Kasselaner,  Kasseläner,

wie geht’s? Wie steht’s? Wie gefällt es Ihnen zur Zeit in unserer schönen Stadt an der Fulda?Ich schaue in letzter Zeit wohl etwas zu genau hin. Und deshalb bin ich zur Zeit genervt. Begonnen hat alles,  als ich am Friedrichsplatz in Ruhe ein Eis essen wollte. Da rangelten einige Herren mit Drogenproblematik, torkelten vor dem gläsernen Einstieg zur Tiefgarage herum, ließen Flaschen fallen. Als sie weg waren, sah es verheerend aus. Glassplitter und Zigarettenkippen soweit das Auge reicht.  Im Rathaus zuckte man mit den Schultern, verbot dem Gastronomen, eine Zeltplane vor die pöbelnden Zeitgenossen zu spannen und lässt sie weiter rumrandalieren. Ja, sind wir denn in Schilda?Dann ging’s mit dem Fahrrad die Fulle lang nach Wolfsanger.  Da saß doch eben noch ein Pärchen mit einem langhaarigen Hund, dachte ich mir so und kam näher. Ach, der Hund ist noch da. Oder? Nein, es war nur sein Fell. Die sauberen Zeitgenossen hat ihn im Park geschoren. Da bleibt es zuhause schon sauber. Wie es im Park aussieht, interessiert ja nur die zahlreichen Fahrradfahrer.

Und natürlich diejenigen, die dort gern grillen. Am besten mit einem Einweg-Grill. Den kann man nämlich anschließend gleich liegen lassen. Wer schleppt denn sowas nachhause?Möglichkeit 2 ist natürlich, ihn in einen der wenigen Mülleimer zu klemmen. Die stehen da, einsam und allein neben einigen Parkbänken. Nach oben offen natürlich, damit die Raben problemlos dort "einkaufen”  können. Leider nehmen diese Vögel die Verpackungen der Grillreste in den wenigsten Fällen mit ins Nest.  Die Folge ist ein Traum.  Eine Parkbank mitten in einer Müllhalde. Auf der Weiterfahrt kann ich feststellen – keine hundert Meter, ohne dass am Wegesrand irgend eine Müllart vertreten wäre – von Papier bis Plastik.

Da fährt man doch besser Straßenbahn? Oder? Auch hier scheinen einige Zeitgenossen ihre Manieren zuhause gelassen zu haben. Überall weisen Plakate darauf hin, dass man sich doch bitte vernünftig, normal,  benehmen solle.  Große Klasse! In der Stadt liegen Kippen hageldicht. Seit man nicht mehr im Büro rauchen darf, stehen alle draussen. Und wohin anschließend mit den Fluppen? Auf die Straße natürlich. Das sollte doch mal zehn Euro Strafe kosten. Aber wo sind sie denn, die Damen und Herren vom Ordnungsamt? Es ist natürlich viel stressarmer, um ein Auto mit ablaufender Parkzeit herumzulungern und Sekunden später ein Knöllchen zu schreiben. Oder sollte ich mich da täuschen?

Mit sauberen  GrüßenRainer HahneChefredakteurP.s. Vor kurzem habe ich mir im ICE-Bahnhof Gedanken darüber gemacht, ob Kaugummi bei Hitze wieder weich und klebrig wird. Sollte das der Fall sein, dürften große Teile des Bahnhofs – und insbesondere der Wartebereich der Taxen – lebensgefährlich werden. Dann kleben da überall Fahrgäste.

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