Briefwechsel: "Nordhessen - die Lage ist gut"

Lieber Holger Schach, selten ist mir ein Brief so schwer gefallen wie heute. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben, dass Du nicht mehr unter uns weilst.

Zu oft haben wir uns gesehen. Gefühlt warst Du als Regionalmanager von Nordhessen bei allen wichtigen Veranstaltungen in der Stadt Kassel, in den nordhessischen Landkreisen, bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, in Wiesbaden, bei der EXPO Real in München. Überall hast Du erfolgreich für Nordhessen geworben.

Andere, die Dich gern kritisiert haben, habe ich nur selten gesehen. Und am Wochenende schon gar nicht. Lieber Holger, siebzehn Jahre lang hast du das Regionalmanagement Nordhessen aus dem Nichts aufgebaut und erfolgreich mit Deinen zahlreichen gut ausgebildeten Mitarbeitern für Nordhessen gearbeitet und geworben. Mit dem Motto „Nordhessen – die Lage ist gut“ hast Du unsere Region weit über die Grenzen Hessen bekannt gemacht. Ich war in Hannover tätig, als Du in Kassel gestartet bist.

Schnell erreichten mich Informationen, dass man froh sei, für dieses schwierige Amt einen Vollblutmanager gefunden zu haben, der sich mit Herz und Seele der Aufgabe gewidmet hat. Und das war wichtig, denn damals, als Du gekommen bist, sah es düster aus in Nordhessen. Die Arbeitslosigkeit in Kassel lag bei zwanzig Prozent. Von einer Boomregion Nordhessen wagte niemand auch nur zu träumen. Ich habe dich 2008 kennen und schätzen gelernt. Immer elegant gekleidet, aber nicht arrogant. Für jede Idee aufgeschlossen, wenn sie Nordhessen dient. Durchaus auch mal bereit, etwas zu wagen. Und immer optimistisch. Gemeinsam haben wir die Entdeckertage aus der Taufe gehoben.

Geld war wenig vorhanden, aber wie hast Du so schön gesagt: „Hauptsache, die Politiker haben zugestimmt. Den Rest kriegen wir schon hin.“ Du hast immer gewusst wie wichtig es ist, dass Nordhessen geschlossen auftritt. Dafür hast Du mit einer Engelsgeduld geworben. In zahlreichen Gesprächen ist mir klar geworden, wie schwer Dein Job war, obwohl Du Dir äußerlich nie etwas hast anmerken lassen. Du hast Dich vor Deine Mitarbeiter gestellt und für sie gekämpft, wenn Erbsenzähler dem Regionalmanagement an den Kragen wollten. Zu Deiner Trauerfeier werden Menschen, die Dich schätzen, aus dem ganzen Bundesgebiet kommen.

Ich wollte, es bliebe uns erspart und Du wärst noch lange für Nordhessen positiv aktiv. Aber es hilft nichts. Wir müssen Abschied nehmen.

Mit traurigen Grüßen,

Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Lieber Holger, jetzt gilt es, Dein Lebenswerk für Nordhessen zu erhalten. Deine Mitarbeiter hast Du immer selbstständig arbeiten lassen und ihnen vertraut. Das macht es in schwerer Stunde etwas einfacher. Aber die Gegner des Regionalmanagements schlafen nicht. Ich verspreche Dir, ich werde ganz genau hinschauen und im Bedarfsfall ohne Rücksicht auf Verluste Ross und Reiter nennen.

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