Briefwechsel von Rainer Hahne

+

Kassel. Brief an die Verantwortlichen des KSV Hessen Kassel.

Sehr geehrter André Schubert, hallo Matthias Mink,André, Dich kenne ich noch aus Zeiten, da hast du Jugendarbeit in Wolfsanger betrieben. Lange bevor der DFB auf den Gedanken gekommen ist, Jugendstützpunkte einzurichten, hast du für talentierte Jugendspieler spezielle Trainingszeiten eingerichtet. Ich habe Dich mal in Hannover als B-Jugendtrainer empfohlen, doch Mirko Slomka, damals noch für die A-Jugend der 96er zuständig, hatte in Dir wohl schnell einen Konkurrenten gewittert. Deinen Weg über Baunatal und Paderborn in die 2. Bundesliga konnte er damit nicht verhindern. Zuletzt warst Du beim FC St. Pauli aktiv.Dass die Hamburger sich von Dir getrennt haben, könnte sich zum Glücksfall für den KSV Hessen Kassel entwickeln. Schon lange war von den Sponsoren ein Konzept für den Verein gefordert worden. Der Versuch, mit unfähigen Leute wie Herrn Lepore professioneller zu arbeiten, war aber kläglich gescheitert. Lieber André,  Du hast den Verein intensiv studiert, erfolgreich nach Stellen gesucht, die verändert werden müssen. Einiges läßt sich sicher schnell auf die Beine stellen. So konntest Du überraschend zügig mit Matthias Mink einen Trainer präsentieren, der bei Bayer Leverkusen ein spielstarkes Bundesliganachwuchsteam trainiert hatte.

Sie, Herr Mink, haben sich in einem zweistündigen Gespräch bei unserer Zeitung vorgestellt. Ja, wir können es bestätigen, Sie sind ein Trainer, der eine Mannschaft hervorragend analysieren kann. Sie haben sich bereits jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem Sie mit dem Team gerade mal zwei  Vorbereitungsspiele absolviert haben, ein paßgenaues Bild von den Fähigkeiten der einzelnen Spieler gemacht.Sie sind dafür bekannt, dass Sie unaufgeregt arbeiten, aber genau wissen, was Sie wollen. Davon konnten sich Ihre Spieler bereits in den ersten Trainingseinheiten überzeugen.Als die enttäuschenden Laktattests bewiesen: "Etliche Spieler sind nicht austrainiert", haben Sie Ihr Trainigsprogramm schnell erweitert. Der Trainingstag beginnt jetzt eben mit einem 10-Kilometerlauf. Dass nachmittags im Spiel trotzdem mächtig Gas gegeben wurde,  zeigt, dass die Spieler begriffen haben, wohin die Reise geht.  Eine ungeduldige Umgebung kann einen Mink, der Fortuna Köln trainiert hat, auch nicht schocken. Diese Einstellung müssen Sie jetzt nur noch auf einige Talente übertragen, die in Bundesligareserven vor Geisterkulissen gespielt hatten und jetzt im Auestadion noch etwas fremdeln. Ist doch gar nicht nötig. Wer hier ehrlichen Fußball spielt, wird gefeiert.Mit treffsicheren GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Was jetzt läuft,  braucht übrigens nicht gefeiert werden. Das ist eigentlich der Normalzustand. Aber   auf den Rückrundenstart bin ich wieder gespannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Randalierer tritt mehrere Autospiegel ab: Festnahme dank aufmerksamen Radfahrer

Einem aufmerksamen Fahrradfahrer war es in der Nacht zum gestrigen Sonntag zu verdanken, dass ein 28-jähriger Tatverdächtiger, der offenbar mehrere Spiegel von Autos in …
Randalierer tritt mehrere Autospiegel ab: Festnahme dank aufmerksamen Radfahrer

Sprinterfahrer flüchtet mit zwei Promille auf A7 vor Polizei

Seine Flucht auf der Autobahn 7 mit rund zwei Promille endete für einen 39 Jahre alten Sprinterfahrer aus Litauen am gestrigen Sonntagabend schließlich nach einem …
Sprinterfahrer flüchtet mit zwei Promille auf A7 vor Polizei

Zwei Autos im Wert von 120.000 Euro gestohlen: Polizei sucht Zeugen

In Kasssel und Ahnatal wurden vergangen Samstag ein BMW X5 und ein BMW M850i bei der Kassler Polizei als gestohlen  gemeldet.
Zwei Autos im Wert von 120.000 Euro gestohlen: Polizei sucht Zeugen

Aggressiver 22-Jähriger greift Streife an: Polizisten durch Tritte und Biss verletzt

Ein im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses schlafender Mann rief am gestrigen Sonntagmorgen im Kasseler Stadtteil Rothenditmold eine Polizeistreife auf den Plan.
Aggressiver 22-Jähriger greift Streife an: Polizisten durch Tritte und Biss verletzt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.