Briefwechsel: Schnell und unbürokratisch helfen

EXTRA TIP-Chefredakteur Rainer Hahne wendet sich in seinem Briefwechsel an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Olaf Scholz und Hubertus Heil.  

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Angela Merkel, sehr geehrter Finanzminister Olaf Scholz, sehr geehrter Arbeitsminister Hubertus Heil,

beeindruckt war ich am Mittwochabend von Ihrer Rede an die Nation, Frau Merkel. Ruhig, sachlich und trotzdem mit dem nötigen Nachdruck haben Sie denen, die Ihnen zugehört haben, deutlich gemacht, in welcher Mega-Krise wir alle durch die Corona-Pandemie stecken. Es sei die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, haben Sie es auf den Punkt gebracht.

Wer sich noch daran erinnern kann, wie viel Krisen Sie in Ihrer langen Regierungszeit durchstehen und lösen mussten, wusste genau, wo der Hammer hängt. Jetzt gilt es, so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Es ist schön, dass Sie angekündigt haben, Herr Scholz, dass ein Fonds in Höhe von 500 Milliarden Euro zur Verfügung steht, doch jetzt kommt es darauf an, das Geld so schnell wie möglich an die betroffenen Firmen jeder Art auszuzahlen. Und es kann nicht sein, dass die großen Automobilfirmen, die Fluglinien wieder als erste mit weit geöffneten Händen dastehen.

Gerade die vielen kleinen Firmen, die mit Dienstleistungen jeder Art unser Leben bunter machen, müssen jetzt vor dem Aus geschützt werden. Schön ist es auch, dass das Konkursrecht ausgesetzt werden soll, denn sonst wären schnell die Straßen voll mit Geschäftsführern, die ihre Firmen beim Konkursrichter anmelden müssen. Auf keinen Fall darf es so lange mit der Hilfe dauern wie bei den deutschen Verlagen, die mit ihren Zeitungen dafür sorgen, dass die Bevölkerung gerade in Fake-News-Zeiten, in Corona-Zeiten zuverlässig und seriös mit Informationen versehen werden.

Sie alle, liebe Bundeskanzlerin, liebe Minister, betonen immer wieder, dass man auf die zahllosen Lügen im Netz nicht reinfallen solle. Dafür zu sorgen ist unser täglich Brot. Aber lange wird das nicht mehr gehen. Durch Gesetze haben Sie vor Jahren dafür gesorgt, dass unsere Verlage mit einer hohen dreistelligen Millionensumme belastet worden sind. Die versprochene Entlastung ist bis heute nicht in Sicht. Eine Katastrophe – gerade jetzt in der Corona-Krise.

Geschlossene oder überrannte Geschäfte schalten keine Anzeigen. Und gerade diese Anzeigenzeitungen kommen als einzige noch in jeden Haushalt. Denken Sie darüber nach und helfen Sie schnell, Herr Bundesarbeitsminister Heil!

Mit krisenhaften Grüßen,

Rainer Hahne, Chefredakteur

P.s.: Einen Teil unserer Mittwochsausgaben werden wir demnächst schon einstellen.

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