Briefwechsel: Donald Trump beendet Klimawandel

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Chefredakteur Rainer Hahne richtet das Wort an US-Präsident Donald Trump.

Sehr geehrter Donald Trump,

Sie sind der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und haben sich sofort auch noch zum GröWaZ gemacht – zum größten Wetterpropheten aller Zeiten. Weil es die Industrie teuer zu stehen kommt, haben Sie kurzerhand und konsequent den Klimawandel durch präsidialen Erlass beendet.

Universitäten und Institute, die sich mit diesem – jetzt ja nicht mehr vorhandenen – Phänomen beschäftigen, erhielten die Anweisung, alle Informationen zu diesem Thema von den Internetseiten zu beseitigen. Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen, werden über kurz oder lang ihre Jobs verlieren.

Sehr geehrter Herr Trump, Sie wären entsetzt gewesen, wenn Sie jetzt in Kassel gewesen wären. Sie können es sich sicher nicht vorstellen, aber hier wird auf Ihren präsidialen Befehl nichts, aber auch gar nichts gegeben. Hier wird einfach weiter so getan, als ob es diesen Klimawandel immer noch gibt. Noch schlimmer, das wird sie besonders tief treffen – das Klima kümmert sich auch einen Dreck um Ihren Erlass. Es wird immer wärmer – einfach so.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen gingen wir als Kinder ungeschützt in die Sonne. Sonnenbrand hatten wir eigentlich immer. Heute haben wir Hautkrebs. Dann kam die Zeit, und wir haben uns mit einem braunen Zeug eingerieben, dass einen Schutzfaktor 5 hatte. Heute darf kein Kind mehr ohne Schutzfaktor 50 vor die Tür. Und die Eltern sind immer noch besorgt.

Auch der Winter kümmert sich nicht um Ihre Erlasse. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hatten wir in Kassel mal eine Frostperiode von fast drei Wochen. Minus 20 Grad war an der Tagesordnung. Der Boden war fast zwei Meter tief gefroren. Wenn man das heute Kindern erzählt, glauben die, man spricht vom Nordpol. Wenn wir heute Skilaufen wollen, ist ohne Kunstschnee, ohne Schneekanonen nichts mehr zu machen. Dafür regnet es im Sommer, wenn man es überhaupt nicht brauchen kann.

Gott sei Dank, dass Amerika mit diesen Problemen nicht mehr zu kämpfen hat. Wer so einen Präsidenten hat, hat andere Probleme. Aber vielleicht ist ja die Idee mit Ihrer Mauer gar nicht so schlecht. Sie sollten nur überlegen, ob Sie die in Deiche verwandeln und dafür sorgen, dass Amerika nicht „first“ in Pazifik und Atlantik untergeht.

Früher haben wir immer froh und gläubig Richtung Amerika geschaut. Was von da kam, war richtig und wurde ungebremst übernommen. Bis hin zu McDonalds. Es ist Ihr Verdienst, Herr Trump, dass jetzt weltweit geglaubt wird, dass der Großteil der Amerikaner Trottel sind. Und Sie sind der Chef.

Mit klimatischen Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur

P.s.: Wir werden hier einfach weiter so tun, als ob wir den Klimawandel haben und uns Gedanken darüber machen, wie wir mit den steigenden Temperaturen umgehen sollen. Mehr Speiseeis allein wird für viele Ältere keine Lösung sein.

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