Briefwechsel: Die wahre Arbeit beim Kassel Airport beginnt erst

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Chefredakteur Rainer Hahne richtet seinen Briefwechsel diese Woche an Stephan Löber

Sehr geehrter Stephan Löber,

mit Deinen Mitstreitern Heidi Till, Matthias Eickhoff und Esat Garp hast Du die Initiative "Pro Kassel Airport" organisiert und in großem Maße dazu beigetragen, dass der Aufsichtsrat der Stationierung des Airbusses A 319 auf dem Kassel Airport zugestimmt hat.  Das kann man jedenfalls den Worten des zuständigen Finanzministers und Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Thomas Schäfer entnehmen, der Euer Engagement bei jeder sich bietenden Gelegenheit lobt – zuletzt in einem EXTRA TIP-Interview und während der Pressekonferenz.

Ja, kann man mit Fug und Recht sagen, dass Eure Initiative für einige Kreise in Südhessen völlig unvorbereitet kam und sie hart getroffen hat. Gerade als man gehofft hatte, dass die Nordhessen ihren Flughafen widerstandslos fallen lassen, kommt Ihr um die Ecke und sammelt in kürzester Zeit während der Herbstmesse 2000 Unterschriften für den Flughafen. Ihr hattet unseren Ministerpräsident Volker Bouffier aufgefordert, sich auf politischer Ebene für den Flughafen einzusetzen.

Während einige Flughafenmitarbeiter befürchtet hatten, sie würden auf der Messe eine Woche lang angefeindet, habt Ihr erlebt, dass die Grundstimmung in der nordhessischen Gesellschaft eine ganz andere ist. Ihr habt erlebt, wie sich die Menschen über die vielen Sonderflüge, über die Linienflüge nach Athen gefreut haben. Ihr habt gehört wie sie gesagt haben: "Anfangs war ich noch gegen den Flughafen. Jetzt ist er da. Und jetzt muss er auch funktionieren."

Unvorstellbar wie Ihr gefeiert worden wäret, wenn da schon bekannt geworden wäre, dass das renommierte Touristikunternehmen Schauinsland mit der firmeneigenen Fluggesellschaft "Sundair" einen Airbus mit 160 Sitzen am Kassel Airport stationiert und 13 Flüge pro Woche durchführen wird.

Gefreut habt Ihr Euch auf Eurer dritten Sitzung. Diesmal wart Ihr erstmals Gäste der nordhessischen Unternehmerverbände. Aber Ihr habt sofort gezeigt, dass auch dieser Erfolg nicht dafür sorgt, dass Ihr die Bodenhaftung verliert.

"Die Stationierung des Fliegers war immer eine Kernforderung unserer Initiative", habt Ihr unterstrichen. "Keinesfalls dürfen jetzt aber die Hände in den Schoß gelegt werden. Wir sind uns darüber im Klaren, dass jetzt die wahre Arbeit erst beginnt", habt Ihr gewarnt.

Gemeinsam mit dem Flughafen, den Veranstaltern und möglichst vielen Reisebüros wollt Ihr jetzt einen starken Verbund zur Vermarktung des Flughafens aufbauen.  Ihr seid davon überzeugt, dass der Kassel Airport das nötige Potential hat, die Flüge auszulasten. Davon bin ich auch überzeugt.

Mit touristischen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Die Linienflüge nach Athen sind jetzt schon gut gebucht. Trotzdem ist es mir gelungen, Plätze über Ostern zu ergattern. Ich freue mich jetzt schon auf die griechische Hauptstadt und Start und Landung in Calden.

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