Briefwechsel: Wenn einer eine Reise tut...

... dann kann er was erzählen.“ Das, liebe Leserinnen und Leser, gilt auch für mich. Vierzehn Tage war ich unterwegs in Bayern, Österreich und Italien. Das war nicht nur entspannend, sondern auch informativ.

Das Wichtigste gleich vorweg. Im letzten EXTRA TIP vor meinem Urlaub hatten wir darüber berichtet, dass dem „Saftladen die Äpfel ausgehen“. Jetzt gleich eine doppelte Entwarnung. In Südtirol hängen die Bäume voll. Apfelsaftfreunde müssen sich keine Sorgen um ihr Lieblingsgetränk machen. Doch die nordhessischen Safthersteller profitieren davon nicht. Becker und Co haben alles aufgekauft. Aber keine Sorge, nach dem Artikel im EXTRA TIP wird alles, was nach einem Apfel aussieht, in den Hafen zur Sammelstelle gebracht.

Da kann ich nur sagen: Weiter so! Spannend war die Situation auf den Autobahnen. Weder in Östereich, noch in Italien ist es mir unangenehm aufgefallen, dass Lkws sich „Schneckenrennen“ liefern und die Bahn minutenlang blockieren. Das ging erst wieder so richtig los, als wir in unserem schönen Land waren. Ob das an der 110- Km-Höchstgrenze liegt? Wenn ja, werden wir irgendwann darüber reden müssen, ob wir das nicht einführen. Nerven- und umweltschonend ist das auf jeden Fall.

Das Interessanteste auf einem Campingplatz – in diesem Fall am Gardasee bei Bardolino – ist die muntere Völkermischung, die dort in Wohnmobilen oder mobile homes die Zeit verbringt. Spannend, was man da so hört. Im kleinen Supermarkt wollten Italiener, Österreicher und Franzosen ihren Augen nicht trauen, als sie in der BILD gelesen haben, dass angeblich dreißig Prozent der Deutschen Angela Merkel nicht mehr als Bundeskanzlerin haben wollen. Im Ausland genießt sie hohen Respekt. Sie sei die Einzige, die mit den ganzen Machos, die überall an die Regierung gekommen sind, vernünftig umgehen könne. Aber es ist wie so oft: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Das sieht man auch nach der Niedersachsenwahl.

Statt sich hinzustellen und zu sagen: Wir haben den falschen Kandidaten aufgeboten, wird von der Niedersachsen-CDU mit dem Finger nach Berlin gezeigt und dort nach Schuldigen gesucht. Zurück zum Gardasee. Wer dort mit offenen Augen spazieren geht wird feststellen, dass die Italiener offensichtlich mehr auf ihre schlanke Linie achten als wir Deutschen und auch andere Urlauber.

Wenn irgendwo Röllchen und Wampen auf Übergewicht schließen ließen, brauchte man die betreffenden Personen kaum auf italienisch ansprechen. Ob das an den leckeren Salaten liegt, die dort immer als Vorspeisen angeboten werden? Das muss ich einfach mal ausprobieren.

Mit entspannten Grüßen
Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. „Im Amphittheater konnen sie Shows sehen, so es beherbergt moderne Einrichtungen.“ Es ist schon erstaunlich wie lax man in Verona mit der deutschen Sprache umgeht.

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