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Briefwechsel: Wer einmal lügt...

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Von: Rainer Hahne

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Guten Tag Herr Trump, nehmen Sie es mir nicht übel, aber "Sehr geehrter" geht mir bei Ihnen nicht durch die Feder.

Sie sind der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Leider immer noch – muss man wohl sagen. Gerade hatten Sie unsere Bundeskanzlerin zu Gast und ich muss sagen, Sie haben sich benommen wie die Axt im Walde. Es war einfach göttlich zu sehen, wie Frau Merkel Sie immer mal gemustert hat. "Was für ein ungezogener Stiesel.

Und seine Hausaufgaben hat er mal wieder nicht gemacht. Es stimmt wirklich, was man von ihm sagt. Er hat keine Manieren, ist dumm und überheblich", konnte man ihr förmlich im Gesicht ablesen. Ja, so sieht es aus, wenn eine erfahrene Politikerin sich mit jemandem auseinandersetzen muss, der sich in Amerika einen Namen gemacht hat, weil er in irgendeiner nichtsnutzigen Sendereihe Dummköpfe beschimpft. Jetzt sind Sie tagtäglich der Dummkopf. Und damit das auch jeder mitbekommt, twittern Sie in der Gegend ‘rum. Getreu dem Motto: Zwei Zeilen kriege ich auch ohne jede Ahnung voll. Weit gefehlt. Offensichtlich haben Sie es nicht gewagt, unserer Weltpolitikerin ins Gesicht zu sagen, dass Deutschland angeblich Ihrem Land oder der NATO Milliarden schulde, weil wir noch nicht genug für die Rüstung ausgeben.

Herr Trump, natürlich ist es unangenehm, lange Verträge zu lesen. Hätten Sie es getan oder hätten Sie noch Leute an Bord, die Ahnung haben, hätten Sie gewusst, dass wir noch einige Jahre Zeit haben, um diese Abmachung umzusetzen. Jetzt stehen Sie einfach mal wieder wie ein Trottel da. Auch Ihre dümmliche Anbiederung, Merkel und Sie seien ja beide abgehört worden, hat sich schnell erledigt. Sie wurden nicht abgehört, Herr Trump. Der Moderator einer Blödsinnssendung ist dafür nicht wichtig genug. Also bleibt Ihnen nur eins. Täglich zu twittern, dass die Medien falsche Informationen von sich geben.

Wenn Sie von richtigen Medien Ahnung hätten, wüssten Sie, dass es der Berufsstolz eines guten Journalisten gar nicht zulässt, bewusst falsche Informationen in die Öffentlichkeit zu blasen. Leider sind Sie aber nicht der Einzige, der versucht, uns tagtäglich zu belügen. Und leider ist es nicht immer so einfach wie bei Ihnen, die Wahrheit herauszufinden. Denn Ihnen steckt lügen einfach im Blut. Täglich beweisen Ihnen hervorragende amerikanische Kollegen, dass Sie mal wieder Unsinn von sich gegeben haben. Und Sie machen immer weiter. Getreu dem Motto: Ich muss es nur oft genug wiederholen, dann wird man mir schon glauben. Die Zeiten sind vorbei. Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten schaut man genau auf die Tippefinger.

Mit angeekelten Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur

PS: Meine Oma hat mir schon früh beigebracht: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und wenn er auch die Wahrheit spricht. Aber soweit wird es bei Ihnen wohl nicht kommen. Gelle!

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