Briefwechsel: Zurück zu den Wurzeln

Chefredakteur Rainer Hahne richtet seinen Briefwechsel an die Münchener Freiheit.

Sehr geehrter Aaron Strobel (Gitarre), Michael Kunzi (Bass-Gitarrist), Alexander Grünwald (Keyboard), Stefan Zauner (Gitarre), Freddie Erdmann (Bass) und Günter Stolz (Schlagzeug). Seit über 37 Jahren seid Ihr als Münchener Freiheit unterwegs. Begeistert Eure Fans, habt über 3000 Konzerte gespielt, seid 750 mal im Fernsehen aufgetreten.

Euch nenne ich Superstars. Die Superstars von heute werden aufwändig gewählt und sind schon kurz danach wieder im Nebel des Vergessens verschwunden.

Ich gestehe, dass wir beim EXTRA TIP durchaus kontrovers diskutiert haben, ob es richtig ist, Euch zum Auftakt des ersten Altstadtfestes zu holen. Euer Auftritt hat alle Zweifler verstummen lassen. Völlig überfüllt war die wunderschöne Wiese vor dem Regierungspräsidium. 4000? 5000? Schwer zu sagen. Auch der erstmals gesperrte Steinweg war teilweise dicht. „Es werden wohl im Laufe des Konzerts 10.000 Menschen dort gewesen sein“, schätzte der Geschäftsführer von Kassel Marketing Andreas Bilo, der mit seinen Mitarbeitern dieses Altstadtfest in eigentlich unmöglich kurzer Zeit aus dem Boden gestampft hatte. Auch hier war natürlich das nordhessische Gemähre während der Planungen nicht verstummt. „Das soll ja was werden“, hörte man allenthalben. Und es wurde was.

Mit dem Stadtfest in der Königstraße ließ es sich jedenfalls nicht vergleichen. Schaulaufen zwischen Billigbuden war da angesagt. Jetzt konnte man die schöne Kulisse der Altstadt, die engen Gassen, den Entenanger, die Markthalle genießen. Und vom Programm her gab es für jeden etwas. Ob es 150.000 oder 180.000 Besucher waren, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Es war hervorragend besucht, aber nicht überlaufen. Die Stimmung war prächtig.

„Wir wollen zurück zu den Wurzeln unserer Stadt“, hatte Oberbürgermeister Christian Geselle als Motto ausgegeben und damit ins Schwarze getroffen. Die große Entdeckung aber war die tolle Freifläche vor dem Regierungspäsidium. Das war schon 2017 deutlich geworden, als dort das 125jährige der Behörde gefeiert wurde. Tim Wilhelm, der neue Sänger Eurer Band, hatte es schon vor dem Konzert auf den Punkt gebracht: „Ich habe mich auf Kassel gefreut. Eine schöne grüne Stadt, das ist auch für meinen Hund toll. Und diese Locatioon ist ja eine Mega-Open-Air-Arena.“

Nur schade, dass ausgerechnet Weltmeister Deutschland dort einen Misston in diese schönen Tage gebracht hat. Trotz aller Angriffe auf Spieler der Elf hatte niemand damit gerechnet, dass es gegen Mexiko nicht zu einem Sieg reichen könnte. Doch statt Siegesfeiern wurde nach der Klatsche in der Altstadt Frust geschoben.

Mit begeisterten Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. 2019 wird wieder gefeiert – in der Altstadt natürlich. Und Sponsoren wie die Stadtwerke Kassel haben gesehen, dass es sich lohnt, hier zu investieren. Die Kasseler, Kasselaner, Kasseläner und ihre Gäste nehmen es an.

Rubriklistenbild: © Rainer Hahne

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