Clairmont Moore: Vom DJ zum „Beat Man“ in der Königsstraße

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Macht ungewöhnliche Musik mit Müll in der Kasseler Innenstadt: DJ und „Beat Man“ aus Boston, Clairmont Moore.

Clairmont Moore aus Boston ist eine Kasseler DJ-Legende. Jetzt trommelt er auf ausrangierten Küchenutensilien in der Kasseler Königsstraße.

Kassel. Was macht ein Mann mit alten Kochtöpfen, einer kaputten Brotschneidemaschine, Metallbechern, Eimern und einem Wellblech auf der Oberen Königsstraße? Ein ganz besonderer Künstler zieht so an den Wochenenden die Blicke der Passanten mit einer außergewöhnlichen Performance auf sich. Clairmont Moore ist der „Beat Man“ aus Boston, sitzt meist vor der leerstehenden Sportarena und trommelt lautstark singend auf Müll ein. Die wertlos erscheinenden Utensilien erzeugen dabei jedoch einzigartige Klänge und Moore besitzt so viel Charisma und Taktgefühl, das seine Darbietung zu etwas ganz Individuellem werden lässt. „Ich bringe meinen Müll hierher, singe Lieder und das mit viel Spontanität. Ich spreche und singe auch direkt diejenigen, die vorbeilaufen an und das gefällt den Menschen sehr“, so Moore.


Begonnen hatte er mit seinem Konzept zur letzten documenta, war jeden Tag in der Kasseler Innenstadt zu sehen und zu hören. „In Amerika kennt man Musiker, die mit allen möglichen Dingen auf der Straße sitzen und die Leute faszinieren. Als ich dort wieder Urlaub machte, habe ich einen Mann gesehen, der auf sechs Eimern trommelte. Ich dachte, das muss ich auch in Kassel machen, ich muss nur etwas noch besseres daraus machen“, erzählt Moore, der viele Jahre als DJ gearbeitet hat und in Amerika bereits mit 14 Jahren eine eigene, populäre Radiosendung moderierte.

Lebhafte Show mit ausrangiertem Müll

„Ich kam ganz zufällig auf die Idee für meine Show. Mein Nachbar hatte sein Haus entrümpelt und damit auch sehr viele alte Gegenstände, die er nicht mehr brauchte. Ich nahm mir einiges mit und habe zuhause irgendwann angefangen darauf zu trommeln. Nach einigem Probieren, was wie klingt, habe ich mir dann nach Gehör mein Set zusammengebastelt und direkt an der Königsstraße losgelegt“, erklärt der 62-Jährige. Die documenta ist nun lange vorbei aber Moore musiziert nach wie vor mit seinen Trommelstöcken auf seinem ungewöhnlichen Set aus Müll an der beliebten Kasseler Einkaufsstraße. „Ich habe während der documenta gesehen, dass meine Idee funktioniert und sie den Menschen gefällt. Meine Frau war außerdem begeistert davon, wie viel Geld ich mit etwas verdient habe, das mir und anderen so viel Spaß gebracht hat“, erinnert sich Moore. „Während der documenta klimperte das Geld wie von selbst in meinen Spendentopf“, berichtet er stolz weiter. „Ich habe einfach ein Gefühl für Musik, besitze Talent und mache auch nach der documenta noch mit der Performance weiter.

Ich mache was mir gerade so einfällt. Je nachdem, welche Leute an mir vorbeigehen, singe ich etwas ganz persönliches für sie. Wenn beispielsweise jemand mit einem Hund stehen bleibt, singe ich ,Who let the dogs out’ oder auch ein paar beliebte Schlagerzeilen wenn ältere Menschen vorbeigehen“, sagt Moore. Das aktuelle Wetter ist für den humorvollen Musiker dabei kein Problem. „Ich bin so viel in Bewegung bei meiner Show und werde die Kasseler mindestens zwei mal die Woche weiter unterhalten, egal wie ungemütlich es draußen ist“, verspricht der Straßenkünstler.

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