Corona-Luxus Haarschnitt: Friseure dürfen wieder öffnen, die Preise werden steigen

Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
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Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
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Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
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Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
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Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
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Hans Krüger von Head Couture im Salon. Dort haben er und Michael Werner die letzten Tage allerhand zu tun gehabt. Schutzausrüstung musste besorgt, Bereiche abgeklebt und der Ablauf im Betrieb neu organisiert werden.
Michael Werner von Head Couture: „Der Friseurbesuch wird für alle Beteiligten jedoch anders als bisher.“
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Michael Werner von Head Couture: „Der Friseurbesuch wird für alle Beteiligten jedoch anders als bisher.“
Bereitet derzeit die Wiedereröffnung der Friseurbetriebe im Schwalm-Eder-Kreis vor: Obermeister Carsten Ciemer.
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Bereitet derzeit die Wiedereröffnung der Friseurbetriebe im Schwalm-Eder-Kreis vor: Obermeister Carsten Ciemer.

Ab Montag dürfen die Friseursalons wieder öffnen. Wie ein Friseurbesuch in Zeiten des Coronavirus abläuft, was erlaubt ist und was nicht, lesen Sie hier.

VON AYLIN LANDZETTEL & NADJA FELDLE

Kassel/Schwalm-Eder. Ab Montag kann man wohl endlich wieder die in den letzten Wochen gezüchtete Haarpracht bändigen lassen. Denn „laut Beschluss von Bund und Ländern dürfen Friseure – unter Auflagen zur Hygiene und unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung – zum 4. Mai wohl wieder öffnen“ wie Friseurmeisterin und Obermeisterin der Friseurinnung Kassel Alexandra Kaske-Diekmann auf Anfrage bestätigt.

Michael Werner von Head Couture: „Der Friseurbesuch wird für alle Beteiligten jedoch anders als bisher.“

Doch während bei Kunden die Freude überwiegt und man hofft, schnellstmöglich einen Termin ergattern zu können, mussten zahlreiche Friseure in den letzten Tagen Vorkehrungen treffen, Bereiche abkleben, Schutzausrüstung besorgen und den kompletten Betrieb neu organisieren. Auch Michael Werner von Head Couture in Kassel ist noch dabei sich und sein Team auf die außergewöhnliche Situation einzustellen: „Die Kunden und wir müssen Masken tragen, wir dürfen keine Getränke oder Zeitschriften reichen, in denen sonst gerne geblättert wird. Jeder Kunde muss die Haare vor dem Schnitt gewaschen bekommen und auch geföhnt werden darf nur noch von uns.“

Durch den erhöhten Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Kunden können deutlich weniger gleichzeitig im Salon bedient werden. Auch das parallele Bedienen zweier Kunden fällt weg, denn pro Friseur darf nur ein Kunde bearbeitet werden. Während an Platz eins die Farbe einwirkt, darf der Friseur also an Platz zwei nicht schneiden.

All diese Maßnahmen müssen auch in den Preis des Haarschnitts einkalkuliert werden. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro hieß es vergangene Woche bei dpa. „Es ist unverschämt, dass der Verband eine solch unrealistische Zahl publik macht. Wenn wir die Kosten für Schutzausrüstung, die Zeit für die geringe Kundenzahl und das Desinfizieren nach jedem Besuch einrechnen, muss man eher von einem Preisanstieg von bis zu 30 Prozent rechnen! Ein oder zwei Euro reichen da niemals. Wir Friseure müssen schließlich auch wirtschaftlich arbeiten“, empört sich Werner.

Kreishandwerks- und Friseurmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann.

Und auch Alexandra Kaske-Diekmann bestätigt: „Diese Maßnahmen sind nicht nur sehr wichtig, sondern auch mit erheblichen Kosten verbunden. Wir brauchen jede Menge Einweghandschuhe, Umhänge, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, um nur einiges zu nennen, und die Tagespreise dazu steigen permanent. Aber all das wird wegen der direkten und langen Nähe zwischen Kunde und Friseur während der Behandlungszeiten, ohne Abstandsregel einhalten zu können, gebraucht. Von den weiteren Reinigungskosten über den Tag verteilt und zusätzlichen Zeiten der Reinigungskräfte nach Geschäftsschluss ganz zu schweigen. In Summe wird all das zu deutlichen Preisanpassungen im zweistelligen Prozentbereich führen müssen.“

Wer nun also wieder Schnitt in seine Haare bekommen möchte, muss einen höheren Preis zahlen, weiß aber, dass sich sein Friseur ganz und gar auf ihn konzentriert. „Der Friseurbesuch wird sich in seinen Abläufen ändern, mit all seinen Regeln anfangs vielleicht auch etwas ungewohnt sein. Jedoch gleichzeitig dem Kunden auch die Chance bieten, noch ruhiger und entspannter zu werden als bisher“, so Kaske-Diekmann.

„Wir sind in erster Linie sehr erleichtert, dass wir nach sechs Wochen Stillstand wieder unseren Betrieb aufnehmen können. Uns fehlen nicht nur Einnahmen. Wir vermissen besonders den Kontakt zu unseren Kunden. Die täglichen Smalltalks gehören einfach dazu“, sagt Ciemer, der einen Salon in Loshausen führt.

Bereitet derzeit die Wiedereröffnung der Friseurbetriebe im Schwalm-Eder-Kreis vor: Obermeister Carsten Ciemer.

Als Obermeister der Friseurinnung Schwalm-Eder unterstreicht Ciemer noch einmal, dass hohe Kosten auf die Friseurbetriebe zukämen. „Wir brauchen Einmalumhänge, weil jeder Kunde einen eigenen benötigt. Die Mitarbeiter müssen nach jedem Kundenkontakt die Handschuhe und Mundschutzmasken wechseln. Darüber hinaus müssen wir die Plätze nach jeder Bedienung reinigen und genügend Handtücher für die Handhygiene bereitstellen“, fasst Ciemer zusammen. Nicht alle Innungsbetriebe können diesen Aufwand stemmen. „Der Shutdown hat viele bereits an ihre Grenzen gebracht. Die weiteren Investitionen fallen uns allen, einigen aber besonders schwer.“

„Da wir ohnehin in einem Beruf arbeiten, bei dem wir auf Hygiene achten müssen, fällt uns die Umstellung an sich leicht. Allerdings gibt es viele Maßnahme, die uns die Arbeit erschweren“, sagt Ciemer. So müssen die Haare der Kunden laut des Arbeitsschutzstandards gewaschen werden. „Wir klären derzeit ab, ob sie vor dem Schnitt gewaschen werden müssen oder ob es auch währenddessen funktioniert. Man färbt Haare beispielsweise immer im trockenen Zustand, um den natürlichen Säureschutzmantel der Kopfhaut zu nutzen. Splissschnitte funktionieren auch nur im trockenen Zu- stand“, so Ciemer.

Dennoch ist auch Ciemer froh, überhaupt wieder die Tür zum Salon aufschließen zu dürfen. „Der Beruf ist sehr emotional. Wir haben viele Stammkunden, die wir schon lange begleiten. Wir freuen uns darauf, alle wiederzusehen und ein stückweit Normalität in ihren Alltag zurückzubringen“, so Ciemer.“

EXTRA INFO: Die Regeln für den Friseurbesuch

- sowohl Friseur als auch Kunde müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen

- die Haare müssen gewaschen werden

- die Kontaktdaten des Kunden müssen hinterlegt werden (ohne dies gibt es keinen Haarschnitt)

- Zeitschriften, Getränke oder das selbstständige Föhnen sind nicht erlaubt

- pro Friseur nur ein Kunde - gesichtsnahe Dienstleistungen wie Bartpflege, Rasieren und Augenbrauen färben sind nicht erlaubt

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