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„Corona-Spaziergang“ in Kassel: Beide Lager treffen aufeinander - Versammlung aufgelöst

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Rund 150 bis 200 Menschen trafen sich zunächst vor der Friedenskirche im Vorderen Westen zum „Spaziergang“. Unser Bild stammt von einem vorherigen Lauf gegen die Corona-Maßnahmen.
Rund 150 bis 200 Menschen trafen sich zunächst vor der Friedenskirche im Vorderen Westen zum „Spaziergang“. Unser Bild stammt von einem vorherigen Lauf gegen die Corona-Maßnahmen. © Archiv: Ehrig

In Stadt und Landkreis Kassel konnten ab dem späten Nachmittag wieder Personen, die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen, bei Veranstaltungen in verschiedenen Städten und Gemeinden festgestellt werden. Es kam auch zu einer spontanen Gegendemo.

Kassel Wie die Polizei mitteilt, versammelten sich in Kassel zum sogenannten Friedenslichterspaziergang von Corona-kritischem Klientel erste Personen ab 17.30 Uhr im Bereich der Friedenskirche. Bis 18 Uhr wuchs die Anzahl dann auf rund 150 bis 200 Personen an. Schon vor einer Woche hatten sich Menschen, die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen, zu einem Spaziergang in Kassel getroffen.

Von der Versammlungsbehörde wurde der Spaziergang als Versammlung bewertet und seitens der Polizei wurden die Teilnehmer über Lautsprecher aufgefordert, Abstände einzuhalten und Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) zu tragen.

Etwa zeitgleich hatten sich im Bereich der Friedenskirche etwa 25 Personen zu einer spontanen Gegendemonstration „Solidarität heißt Maske tragen“ eingefunden, um gegen den Spaziergang zu protestieren.

Aufzug und Gegendemo in Kassel - Aufzug von Corona-kritischem Klientel wird aufgelöst

Nachdem sich die Teilnehmer vom Spaziergang gegen 18:05 Uhr in Bewegung gesetzt hatten, kam es schon nach einigen Metern zu einem Wortgefecht mit einem Gegendemonstranten und in der Folge zu einer mutmaßlich wechselseitigen Körperverletzung, die polizeilich aufgenommen wurde.

Da im weiteren Verlauf des Aufzuges die Durchsagen der Polizei, Abstände einzuhalten und eine MNB zu tragen, trotz mehrmaliger Wiederholungen ohne Wirkung blieben, wurde der Aufzug mit seinen inzwischen etwa 500 Teilnehmern gegen 18.30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Straße, Höhe Westendstraße, mittels Polizeikette gestoppt und die Versammlung aufgelöst.

Den Montag zuvor waren rund 450 Menschen in Kassel gegen die Corona-Maßnahmen zum „Spaziergang“ zusammengekommen:


Die Polizei verhinderte anschließend, dass sich ein neuer Aufzug formieren konnte. Größere Personengruppen wurden gezielt kontrolliert, die Gruppen lösten sich anschließend auf und die Personen verteilten sich in der Innenstadt von Kassel. Neben den bisher bekannten zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung und einer Strafanzeige wegen dem Mitführen von Schutzbewaffnung sind insgesamt Verstöße gegen das Versammlungsgesetzt und die Coronaschutzverordnung im mittleren zweistelligen Bereich festgestellt worden. Die Veranstaltungen im Landkreis Kassel verliefen hingegen alle störungsfrei.

Weitestgehend störungsfreie Veranstaltungen in den Landkreisen

Zu größeren Veranstaltungen von Kritikern der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie im Rahmen von nicht angemeldeten Montagsspaziergängen bzw. Grabkerzenaktionen ist es am Montag in Frankenberg, Korbach, Eschwege und Fritzlar mit jeweils etwa 200 bis 250 Personen gekommen.

In Witzenhausen hatten Befürworter der Corona-Regelungen zu einer angemeldeten Gegendemonstration aufgerufen und konnten etwa 200 Personen mobilisieren.

Alle Veranstaltungen und Versammlungen in den Städten und Gemeinden der Landkreise liefen weitestgehend störungsfrei ab, die Vorschriften der Coronaschutzverordnung wurden eingehalten und mündlich erteilte Auflagen zu Mindestabständen sowie dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) größtenteils beachtet.

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