Corona stoppt Kultur: Musicaldarstellerin Jessica Krüger ohne Auftritte und Gagen

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Statt auf der Bühne zu stehen ist die Steuererklärung angesagt. Jessica Krüger nutzt die Zwangspause für Dinge, die sie sonst gerne vor sich herschiebt.

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Harte Einschnitte erfährt auch die Kulturszene, denn große und kleine Bühnen von Theatern, Konzertsälen oder Operhäusern bleiben leer.

Kassel. Wir sprachen mit Musicaldarstellerin Jessica Krüger über die Situation für freischaffende Künstler, fehlende Gagen und den derzeitigen Zeitvertreib.

lokalo24.de: Jessica, Du bist momentan in Kassel zuhause statt auf der Bühne des Theaters zu stehen. Was machst Du nun? Jessica Krüger: Tja, ich sitze hier rum (lacht). Bis Ende Mai sind alle Auftritte und Buchungen erst einmal abgesagt. Ich habe also gewissermaßen Zwangsurlaub. Viele Künstler haben momentan dieses Problem.

Wie läuft es für Dich – und viele andere – nun finanziell weiter? Das, was ich normalerweise verdiene, also die Gagen für die Auftritte, fällt nun weg. Die Verluste muss ich aus meiner eigenen Tasche und Rücklagen ausgleichen. Die Regierung hat wohl aufgrund der Corona-Krise ein Paket für Freiberufler und Selbstständige geplant. Doch wer wie viel bekommt, steht noch nicht fest. So lange müssen wir uns über Wasser halten. Also entweder einen Kredit aufnehmen oder es alleine stemmen.

Momentan bist Du also auf dein Erspartes angewiesen? Ja, genau. Zum Glück habe ich mir einen Puffer angelegt, aber: Wenn weg, dann weg.

Wie beschäftigst Du Dich dann momentan? Sonst bist Du ja viel unterwegs gewesen. Man kümmert sich um die Dinge, die man sonst gerne Monate lang aufgeschoben hat. Ich habe schon den Keller aufgeräumt, jetzt will ich schon einmal mit der Steuererklärung anfangen. So früh war ich da noch nie dran...

Worauf hoffst Du, wenn die Krise überstanden ist? Dass nach dieser Sache das Theater und die Kultur wieder boomt. Dass die Leute nach der Zeit zuhause Lust haben, etwas zu erleben und die Künstlerszene wieder auflebt. Vielleicht kann man sich dann auch mit Bars und Kneipen zusammen tun und gemeinsam etwas Schönes aufbauen. Wir leiden ja alle unter der Situation.

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