Coronavirus: Wie man in der Krise helfen kann - auch vom Sofa aus

Helfen während der Corona-Krise: Dafür muss man nicht zwingend ein Virologe sein. Ein paar Tipps, wie man helfen kann - auch vom Sofa aus.

Kassel. Die Corona-Krise fordert uns. Und das nicht zu wenig. Doch tatsächlich muss man nicht zwingend Virologe sein, um zu helfen - ob es nun um Wissenschaftliches geht oder darum, die lokale Wirtschaft so gut es geht zu unterstützen. Ein paar Tipps, wie man in der Krise helfen kann - zum Teil sogar vom Sofa aus.  

Menschen zuhören

Besonders alte Menschen sind gefährdet. Also sollten auch gerade ältere Menschen mehr denn je zu Hause bleiben. Doch nicht alle haben eine Tochter, Enkelin oder Freunde zum reden - das gilt übrigens auch für jüngere Menschen. Über silbernetz.org kann man sich registrieren, schulen lassen und ein- zwei Mal die Woche jemandem zuhören, der gesprächsbedarf hat. Dazu muss man aber mindestens 18 Jahre alt sein.

"Für alle, die sich jetzt akut Sorgen machen, Angst haben, beunruhigt sind, bietet das Team der Psychologischen Beratungsstelle (PBS) des Studierendenwerks Kassel ab Montag, 23. März, eine #offenesohr-Telefonsprechzeit an", schreibt die Uni Kassel auf ihrer Homepage. "Das Angebot richtet sich auch an diejenigen, die bereits in einem Beratungsprozess sind, jetzt aber keine persönlichen Gesprächstermine mehr bekommen können." Von montags bis freitags 9 bis 13 Uhr kann man sich unter . 0561 804 2800 melden. Wichtig: Keine medizinische Beratung zu Corona / Covid19

Der Wissenschaft helfen

Ja, das geht, auch ohne Professor zu sein. Ein Computer reicht da schon aus. Mit dem kann ein kostenloses Programm unter foldingathome.org heruntergeladen werden. So wird man Teil eines großen Experiments, das Forscher der Stanford Universität zusammengestellt haben. Sie wollen erforschen, wie Viren den menschlichen Organismus befallen. Das Coronavirus benutzt dafür bestimmte Proteine. Das Problem: Es gibt unglaublich viele verschiedene Möglichkeiten, wie diese Proteine ihre Form verändern können. Die Forscher müssen nun viele Möglichkeiten durchgehen - das kostet Rechenleistung. Und umso mehr Rechenleistung, desto schneller kommt man zu einem Ergebnis. Das Programm läuft dabei im Hintergrund, wenn der Computer gerade nichts zu tun hat und hilft, verschiedene Varianten der Zusammensetzung zu simulieren. Die Ergebnisse werden gesammelt und fließen in die Forschung ein. Wie das ganze funktioniert, lesen Sie hier.

Blut spenden

Die Reserven werden knapp, werden aber gebraucht (der EXTRA TIP berichtete). Um Blut zu spenden muss man zwangsläufig vor die Tür, dieser Gang fällt aber nicht unter die Ausgangsbeschränkungen. Über Blutspendedienst.de kann man erfahren, wo man spenden kann und welche Voraussetzungen es gibt. In Kassel kann man im Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in der Mönchebergstraße 57 und im Blut- und Plasmaspendezentrum in der Unteren Königsstraße 86 spenden.

Für andere übersetzen

Triaphon ist ein telefonischer 24h-Übersetzungsdienst für Krankenhäuser und Arztpraxen. Wer also Deutsch und Arabisch, Farsi/Dari, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch oder Vietnamesisch spricht, kann in medizinischen Notfällen übersetzen. Auf der Seite Triaphon.org kann man sich registrieren und erhält weitere Informationen.

Kultur und Gastro unterstützen

Kein Theater, kein Restaurant, keine Konzerte. Und das sind nur einige Beispiele. Bedeutet: Freischaffende Künstler, Schauspieler, Fotografen oder Gastrobetreiber kommen in heftige Schwierigkeiten. Unter dem Hashtag "Wir sind für Sie da" finden Sie auf lokalo24.de Unternehmen und Restaurants, die einen Lieferdienst anbieten. Unterstützen kann man Künstler und Unternehmen auch auf der Seite betterplace.org. Einfach nach seinem Lieblingslokal oder Theater suchen und diese unterstützen. Viele Kasseler Gastronomen oder Theater sind auf dem Portal schon vertreten.

Die Fußballer Joshua Kimmich und Leon Goretzka rufen über die Seite „wekickcorona.com“ zur Spende an karitative Einrichtungen auf.

Zur Nadel greifen

Medizinische Atemschutzmasken werden dringend gebraucht, sind aber schwer zu bekommen. Eine Nähanleitung, wie Masken hergestellt werden können, gibt es hier.

Hilfe von nebenan

Viele kennen sich nur flüchtig, ein kurzes „Hallo“ und gut ist. Vielleicht ist es an der Zeit, mal richtig „Hallo“ zu sagen und zu helfen, wenn sie denn gebraucht wird. Entweder man geht einfach rüber oder schaut auf nebenan.de, wer Hilfe gebrauchen könnte. Die Seite gibt es übrigens schon seit 2015. In Kassel koordiniert das Freiwilligenzentrum nachbarschaftliche Unterstützung. Weitere Infos unter freiwllig-in-kassel.de

Bauern helfen

Bock auf Spargel? Immer doch - nur könnte es dieses Jahr schwierig werden weil nicht genug Saisonarbeiter, zum Beispiel aus Polen, bei der Ernte helfen können. Wer helfen will kann sich auf der Vermittlungsplattform daslandhilft.de eintragen. Auch auf der Seite bauchersuchthilfe.de kann man sich als Erntehelfer eintragen.

Man kann also schon viel gutes von der heimischen Couch aus tun. Ernten geht natürlich nicht vom Sofa aus - also, hoch die Knochen!

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