Daimler: Arbeitgeber verweigern Verhandlungslösung

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Zweiter Warnstreiktag bringt immer noch keine Lösung.

Kassel. Rund 900 Beschäftigte aus Betrieben der Metall- und Elektroindustrie haben am Freitagvormittag zeitweise ihre Arbeit niedergelegt und sich an Kundgebungen der IG Metall beteiligt. Die Gewerkschaft ruft derzeit zu Warnstreiks auf, weil die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen kein ausreichendes Angebot vorgelegt haben. "Unsere Forderungen liegen auf dem Tisch – aber die Arbeitgeber verweigern sich hartnäckig einer Verhandlungslösung", erklärte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel. Die Warnstreiks seien notwendig, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. In der laufenden Tarifrunde fordert die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld, eine verbesserte Altersteilzeit und die Einführung einer Bildungsteilzeit.

Warnstreik: Eine Stunde lang läuft gar nichts in den bestreikten Betrieben

Am Freitag legten rund 900 Beschäftigte von Krauss-Maffei Wegmann, Bombardier, Rheinmetall, RGM Expersite, Zeppelin Reimelt, Henschel IT und Henschel Antriebstechnik die Arbeit für etwa eine Stunde nieder. "Während dieser Zeit läuft nichts in den Betrieben – das ist ein klarer Warnschuss in Richtung der Arbeitgeber", sagte Dietzel. "Wir wollen echte Mitbestimmung und Teilhabe am finanziellen Erfolg der Unternehmen", sagte er bei einer Kundgebung vor dem Bombardier-Haupttor in der Holländischen Straße in Kassel. Bei einer zweiten Kundgebung vor dem Werksgelände von Krauss-Maffei Wegmann verteidigte die Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Christa Haidu, die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld. "Die Unternehmen haben dank der Arbeit der Beschäftigten hohe Gewinne erwirtschaftet – und davon wollen wir jetzt einen fairen Anteil!", sagte sie vor rund 300 KMW-Mitarbeitern. Der finanzielle Erfolg der Unternehmen müsse auch für die Beschäftigten spürbar sein.

Altersteilzeit: Fairer Ausstieg nach jahrzehntelanger Arbeit

Der Betriebsratsvorsitzende von RMMV, Harald Töpfer, betonte in seiner Rede während der Kundgebung in der Holländischen Straße die Wichtigkeit einer verbesserten Altersteilzeit. "Viele Kollegen wollen nach 40 oder 45 Versicherungsjahren in den Ruhestand gehen, weil die jahrzehntelange, harte körperliche Arbeit Spuren hinterlassen hat", sagte er. Die Arbeitgeber wollten nach Gutsherrenart entscheiden, wer Altersteilzeit nutzen dürfe. "Das machen wir nicht mit!", rief er unter dem Applaus der Versammelten. Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen mit der IG Metall sei eine Unverschämtheit.

Bildungsteilzeit: Berufstätigkeit und Weiterbildung derzeit nicht vereinbar

Zentral für junge Menschen sei die Einführung der geforderten Bildungsteilzeit, betonte Björn Heise, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei RMMV. "Weiterbildung ist in vielen Betrieben zwar gewollt, wird aber kaum ermöglicht", sagte er. Es gebe faktisch keine Vereinbarkeit von Weiterbildung und Berufstätigkeit. "Junge Menschen müssen sich zumeist zwischen den beiden Optionen entscheiden – daran wollen wir mit der Einführung einer Bildungsteilzeit etwas ändern", sagte Heise. Eine qualifizierte und lebenslang lernende Belegschaft sei dabei durchaus auch im Interesse der Arbeitgeber.

Unterstützung bekamen die streikenden Beschäftigten in Kassel auch von Wolfgang Lemb vom geschäftsführenden Vorstand der IG Metall. Er sprach auf beiden Kundgebungen und betonte, das dreifache Nein der Arbeitgeber sei letztlich nichts anderes als eine schädliche Zukunftsverweigerung. "Wenn die Arbeitgeber Druck brauchen, um sich im Interesse der Beschäftigten und der Branche zu bewegen, dann werden wir ihnen diesen Druck eben machen!", rief er. Die IG Metall Nordhessen kündigte an, die Warnstreikwelle ab Montag fortzusetzen.

Wir berichteten vom ersten Streiktag.

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