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Datenschutz und Steuerhinterziehung

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Von: Rainer Hahne

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Geld in der Schweiz gebunkert: Der Briefwechsel von Rainer Hahne richtet sich an Alice Schwazer und Co..

Sehr geehrter Herr Uli Hoeneß, sehr geehrte Alice Schwarzer, sehr geehrter Kulturstaatssekretär André Schwarzer aus Berlin,

Sie alle haben eins gemeinsam. Sie sind bekannt – der eine mehr, der andere weniger – und Sie haben in erheblichem Ausmaß Steuern hinterzogen. Bei Ihnen, Herr Uli Hoeneß, weiß man immer noch nicht genau, um welche Summen es sich eigentlich handelt. Von einer Million bis zu einer halben Milliarde wird von den gewöhnliche gut informierten Kreisen alles gehandelt. Bei Ihnen, Frau Schwarzer, handelt es sich mindestens um 200.000 Euro Steuern plus Zinsen. Nicht wenig, denn Sie wollen immerhin als Wiedergutmachung eine Stiftung mit einer Millionen Euro bestücken.

Sie, Herr Kulturstaatssekretär Schmitz, sind ganz besonder souverän mit Ihrer Steuerhinterziehung umgegangen. 425.000 Euro geerbt, mal schnell für etliche Jahre in der Schweiz gebunkert. Irgendwann erwischt, geringe Geldstrafe gezahlt, Steuern nachgezahlt. Das war’s. Und natürlich wusste Ihr Chef Wowereit Bescheid, dass sein "Kulturpapst" ein kleiner Betrüger ist. "Nicht ganz fair, nicht ganz fein, Wowereit lässt Vorteil gelten und seinen Kulturpapast im Amt."

In allen drei Fällen sind die Betrügereien durch Verstöße gegen den Datenschutz aufgeflogen. Irgendwo in Deutschlands Finanzämtern stecken Leute, die es mit ihren Amtspflichten auch nicht mehr so sonderlich ernst nehmen. Da wird geplaudert, kopiert, Infos geschoben, dass es nur so eine Freude ist.Für Sie, Frau Schwarzer, setzt sich sogar der Bund der Steuerzahler ein. Fatal sei es, dass Sie in der Öffentlichkeit auftauchen. Warum? Sie gehören da ebenso hin wie alle anderen, die sich so gern im Bad der Menge suhlen und sich vor allen Dingen mit einer Selbstgerechtigung ohnegleichen über andere her machen, die aus Ihrer Sicht Fehler machen.

Sie, Frau Schwarzer, werden genauso wie Sie, Herr Hoeneß, damit leben müssen, dass Sie sich in Zukunft Ihre moralinsauren Predigten sparen können. Wer soll Ihnen beiden noch etwas abnehmen? Sie haben beide Ihre Elfenbeintürme in Schutt und Asche gelegt. Deutschlands moralische Instanzen existieren nicht mehr.Da spielt es weder eine Rolle, dass Sie, Frau Schwarzer, eine Stiftung gründen, noch, dass Sie, Herr Hoeneß, mit Bayern München Titel einheimsen wie ein Hamster Nüsse.

Doch auf eins möchte ich auch hinweisen. Steuerhinterziehung ist kein Oberschichtensport. Egal, ob ein Kleinverdiener das Finanzamt um hundert Euro betuppt oder ein Reicher um Millionen. Das spielt keine Rolle. Betrug ist Betrug.

Mit diebischen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Hinter Gittern will ich Sie nicht sehen, Herr Hoeneß, aber es muss richtig, richtig teuer werden. Da haben wir alle was von.

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