Demo auf dem Opernplatz: Reisebüro-Inhaber demonstrieren für mehr staatliche Hilfe

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Sven Stehl (Wimke Reisewelt), Martin Gabbey (Tui Reisecenter Borken) und Klaus Spohr (Wimke Reisewelt), Mitorganisator der Demo.  
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Manfred Bauer und Detlef Giebeler vom First Reisebüro Kassel.
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Britta Wolf vom Tui Reisecenter Korbach.
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Diejenigen, die sonst die besten Urlaubsangebote für ihre Kunden raussuchen, trifft die Corona-Krise besonders hart. In Kassel demonstrierten jetzt Reisebüro-Inhaber für mehr staatliche Hilfen.

Kassel. Auf dem Kasseler Opernplatz hatten sich zahlreiche Inhaber von Reisebüros versammelt und forderten mehr Hilfe vom deutschen Staat. "Die bisherigen Maßnahmen reichen einfach nicht", sagt Klaus Spohr von Wimke Reisewelt, einer der Mitorganisatoren der Demo. Er forderte Soforthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen - und mit dieser Forderung stand er nicht allein auf dem Opernplatz. "Es stehen mehrere Tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel", sagt Spohr.

Eine Demonstrantin verwies auf ihre lange Selbstständigkeit. "30 Jahre habe ich gearbeitet, doch wenn es so weitergeht stehe ich und viele andere vor dem Ruin", sagt sie. Deutschlandweit gingen heute Reisebüro-Inhaber auf die Straße um zu demonstrieren. Demonstriert wurde unter anderem auch in Potsdam, Dresden, Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Zwickau, Cottbus, Koblenz, Kempten, Oldenburg, Münster, Heidelberg, Hannover, Oberhausen, Gelsenkirchen, Kamp-Lintfort, Lüneburg, Bremen, Frankfurt am Main, Karlsruhe, Schweinfurt, Bamberg, Wiesbaden, Gera, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Köln, Schwerin, Dortmund, Halle, Kaiserslautern, Freiburg, Mainz, Nürnberg, Saarbrücken, Gießen und Leipzig.

Wolfgang Decker (SPD): Besonders betroffenen Branchen gezielt helfen – Soloselbständige nicht finanziell hängen lassen

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang Decker (Kassel), forderte in der vergangenen Debatte im Hessischen Landtag erneut gezielte Hilfen der schwarzgrünen Landesregierung für besonders von der Pandemie betroffene Branchen und einen landeseigenen Hilfsfond für Soloselbständige.

Decker sagte dazu am in Wiesbaden: „Bund und Land haben ein Soforthilfe-Programm auf die Beine gestellt, das von unserer Fraktion maßgeblich unterstützt worden ist, um den Betroffenen schnellstmöglich zu helfen. Was wir nun brauchen, ist eine nachhaltige Hilfestrategie für die kommenden Wochen und Monate. Diese Strategie ist vor allem für die besonders von der Krise betroffenen Branchen notwendig. Die Gastronomie, die Hotels, die Veranstaltungsbranche, die Schausteller sowie die gesamte Reisebranche und die Fitness- und Gesundheitsbranche werden sich so schnell von dem wirtschaftlichen Einbruch nicht erholen, weil es dort keine sogenannten Nachholeffekte geben wird.“

Deshalb müsse die Landesregierung diesen Betrieben mit eigenen gezielten Hilfsmaßnahmen unter die Arme greifen und deren Überleben sichern. Dabei müsse man die tausenden betroffenen Arbeitsplätze im Blick haben. Jeder geschlossene Betrieb bedeute auch immer den Verlust von Arbeitsplätzen. Es reiche nicht aus, Lockerungen für diese Bereiche auszusprechen und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen. „Die Landesregierung muss ein Interesse daran haben, dass wir in Hessen auch in Zukunft ein gutes Gastro-, Tourismus-, Freizeit- und Sportangebot haben“, sagte Decker.

Langfristiger Schaden drohe auch vielen tausend Soloselbstständigen, weil sie keinen Anspruch auf Soforthilfen hätten. „Es ist keine Lösung, wenn der hessische Wirtschaftsminister auf den Bund verweist und der schwarze Peter zwischen Land und Bund hin und her geschoben wird. In der Zwischenzeit schweben die Betroffenen zwischen Grundsicherung und privater Insolvenz. Das darf man nicht hinnehmen“, machte Decker die Position der SPD-Fraktion klar. „Wir fordern daher einen Sonderfonds aus Landesmitteln, um auch diesen Soloselbstständigen durch die Krise zu helfen. Die schwarzgrüne Landesregierung darf diesen Sektor, der inzwischen über viele Berufe hinweg zu einem beachtlichen Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor geworden ist, nicht hängen lassen“, so Wolfgang Decker.

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