Demokratie ist die beste Staatsform

Sehr geehrte Wählerinnen und Wähler, heute ist mir mal wieder das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage auf den Tisch geflattert. Nein, es ging nicht darum, ob sich die prozentuale Zustimmung für irgendeine Partei zwischen Frühstück und Mittagessen unwesentlich verändert hatte. Diesmal wurde gefragt wie zufrieden wir Deutschen mit unserer Staatsform, der Demokratie, denn so sind. Das Ergebnis: Im Westen sind 77 Prozent der Bevölkerung der Ansicht, dass demokratische Umgehensweisen genau das richtige für uns sind.

Wenn wir uns mal auf unserem Erdball so umschauen, ist das eigentlich nicht sonderlich bemerkenswert. Bürgerkriege, Hungersnöte, Unterdrückung, völlige Verarmung, Kinderarbeit – und wie ist es bei uns? Wir müssen uns in Deutschland wie auf einer Insel der Seligen vorkommen. Das hatte uns auf einer Brüssel-Reise des EXTRA TIP-Wirtschaftsgipfels auch mal ein österreichischer Referent gesagt, der für die Sicherung der Aussengrenzen zuständig war: „Für die, die von außen schauen, ist Europa der Himmel und Deutschland das Paradies.“

Da uns das Friedensmodell Europa zu allem Wohlstand auch noch die längste Friedensperiode in der Geschichte unseres Landes und die geringsten Ausgaben für Rüstung beschert hat, scheint mir also eine 77-prozentige Zustimmung zu unserer Staatsform mehr als angemessen. Doch halt. Das sind ja nur die Zahlen im Westen.

Wie sieht es denn in unseren neuen, östlichen Bundesländern aus? Natürlich ganz anders! Nur 42 Prozent sind mit unserer Demokratie zufrieden. Leider steht nicht dabei, welche Regierungsform man sich denn dort so wünscht. Ob man sich Honecker und Co zurück wünscht? Oder ist es nur die allgemeine Unzufriedenheit? Schließlich mussten viele Menschen mit drastischen Brüchen in ihrem Berufsleben fertig werden. Funktionäre wurden entmachtet. Firmen geschlossen. Die jungen, leistungsstarken Menschen haben sich für eine Karriere im Westen entschieden. Dass die, die zurück geblieben sind, sich trotz zum Teil sensationeller Wiederaufbauleistungen nicht zufrieden zeigen, verwundert mich, ehrlich gesagt, nicht. Dass diejenigen, die unter der sozialistischen Staatsform und ihren Unterdrückungsmechanismen wie de Stasi leiden mussten, jeder Staatsform mißtrauisch gegenüber stehen, irritiert mich erst recht nicht. Dass in unseren neuen Bundesländern aber viele den Weg in rechtsradikale Parteien gefunden haben und in ihnen das Allheilmittel sehen, kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen. Das gefährdet unseren ganzen Staat.

Mit nachdenklichen Grüßen

 Rainer Hahne

Chefredakteur

 P.s. Sozialismus? Nie wieder. Demokratie? Nee? Ja was denn nun? Wollen da einige den guten alten Kaiser Wilhelm wiederhaben und seinen 1. Weltkrieg? Oder gar eine Diktatur à la Adolf Hitler und den 2. Weltkrieg.? Wir haben schon alles ausprobiert. Lassen wir es so!!!!

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Waldau: Zwei Baggerschaufeln und Rüttelplatte von Baustelle geklaut - Polizei sucht Zeugen

In der Nacht zu Mittwoch wurden Gegenstände im Gesamtwert von 14.000 Euro gestohlen. Die Polizei sucht Zeugen.
Waldau: Zwei Baggerschaufeln und Rüttelplatte von Baustelle geklaut - Polizei sucht Zeugen

Verwaltungsgericht kippt Verbot: Rechte Demo darf in Kassel stattfinden - Stadt legt Beschwerde ein

Die Gerichtskammer erklärte, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Totalverbot nicht vorlägen.
Verwaltungsgericht kippt Verbot: Rechte Demo darf in Kassel stattfinden - Stadt legt Beschwerde ein

Täter brechen in Gaststätte ein und erbeuten Bargeld - Polizei sucht nach Zeugen

In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in eine Gaststätte eingebrochen. Die Polizei sucht Zeugen.
Täter brechen in Gaststätte ein und erbeuten Bargeld - Polizei sucht nach Zeugen

Geplante Demo am 20. Juli: Kasseler Bündnis will Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen

Nach dem Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke planen Rechtsextreme eine Demo in Kassel. Die Stadt Kassel will die Demonstration verbieten, ein Bündnis sich den …
Geplante Demo am 20. Juli: Kasseler Bündnis will Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.