Briefwechsel: Dicker Hals und Schmeckewöhlerchen

Der Kasseler Koch Club und der KSV Hessen Kassel rüsten sich für das Weltrekordspiel.

Sehr geehrte Vorstandsmitglieder des Koch Clubs Kassel,

in letzter Zeit sehe ich Euch immer mal wieder im Blickpunkt des Interesses. Begonnen hatte alles mit einer Spende für die EXTRA TIP Weihnachtsaktion in Höhe von 3500 Euro. Jetzt folgten 21.000 Euro für den Verein für krebskranke Kinder, für den Kindergarten des Studentenwerks, für die Kita Nora der Uni Kassel, für das Ponydrome Therapeutisches Reiten, für das Kuratorium Aktion für Behinderte, für den Förderverein der Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel und für den Kinderbauernhof Kassel.

Dieses Geld habt Ihr Euch hart erarbeitet. Während des ganzen Märchenweihnachtsmarktes in Kassel habt Ihr täglich Euren Glühwein verkauft, und am Wochenende gehört es für den Kasseler, Kasseläner und Kasselaner zum guten Ton, bei Euch die leckerste Kartoffelsuppe in Nordhessen zu essen. (Natürlich gibt es auch annerswo leckere Kartoffelsuppe. Aber noch leckerer schmeckt sie eben, wenn man weiss, dass man sie für einen guten Zweck isst.)

Doch nicht nur für diese Aktion opfern Eure 150 Mitglieder zahlreiche Stunden ihrer Freizeit. Demnächst geht es wieder los. Dann allerdings in der Markthalle. Sobald der heimische Spargel das Licht der Welt erblickt, seid Ihr dabei und schält ihn mit fachmännischer Vollkommenheit. Da muss man einfach hin und wieder was Gutes gut.

Köche und Löwen In letzter Zeit kümmert Ihr Euch auch noch um den KSV Hessen Kassel. Im VIP-Raum kredenzt Ihr eure Schmeckewöhlerchen und sorgt zusammen mit den heimstarken Löwen für gute Stimmung. Und Ihr freut Euch mit dem Verein auf den Ostermontag. Denn beim Weltrekordversuch seid Ihr selbstverständlich dabei.

Weltrekordversuch? Ja. An diesem Tag soll beim Nordhessenderby mit vollbesetztem Stadion die Rekordkulisse des SV Waldhof Mannheim mit 18.300 Besuchern bei einem Amateurspiel geknackt werden. 10.000 Karten sind bereits verkauft. Und den kirchlichen Segen hat der Verein auch. Bischof Martin Hein, bekennender Fußballfan, hat sich auch schon eine Karte gesichert.

Doch bis dahin muss der Verein den dicken Hals einiger Fans kühlen. Die ärgern sich nämlich teilweise darüber, das die Gremien des Vereins sich für eine Trennung vom Trainer Tobias Cramer entschieden hatten, nachdem Cramer bekannt gegeben hatte, dass er Fußballlehrer werden will und dafür über Monate in Köln sein muss – drei Tage die Woche. Verstehen kann man beide Seiten.

Aber ein Grund für Beleidigungen ist das nicht. Dann lieber weiter guten Appetit.

Mit sportlichen Grüßen,

Rainer Hahne Chefredakteur

P.s. Was wohl Ostern auf dem Speisezettel steht? Da müsste es doch eigentlich Grüne Sosse geben. Die hatte die Wehlheider Kirmes schon einmal zu FC-Hessen-Zeiten serviert. Kurz danach flogen Steine durch die Scheiben des alten VIP-Raums. Das braucht niemand mehr.

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