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Stilvolle „Abendbegleitung in Nussbaum“

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Niklas Fubel aus Kassel und Julia Bonnet aus Niedermeiser.
IMG_5350_guteform.jpg © Krümler

„Die Gute Form“ – Als Mitglied in der Jury der Tischler-Innung Hofgeismar-Wolfhagen

Kassel Neben der fachlichen Bewertung und der theoretischen sowie praktischen Prüfung, werden die Gesellenstücke der angehenden Tischler im Wettbewerb „Die Gute Form“ zusätzlich auch von einer nicht fachkompetenten Jury bewertet. Bei meiner Premiere als Laienmitglied in dieser Jury scheine ich bei der letzten Veranstaltung dieser Art – damals, „vor Corona“ - den Anforderungen genüge getan zu haben. Und so lud mich Marcell Siemon von der Kreishandwerkerschaft Kassel jetzt erneut ein, auch 2022 als Juror tätig zu werden. Als solches finde ich mich am Gesellen-Prüfungstag der Tischler-Innung Hofgeismar-Wolfhagen in der Herwig-Blankertz-Schule in Hofgeismar ein. Neben mir verstärken zwei Kolleginnen aus anderen Zeitungen die Laien-Kompetenz der Jury.

„Fachkenntnisse aus dem Tischler-Handwerk werden von Ihnen auch nicht erwartet“, beruhigt Dietmar Tölle, stellvertretender Obermeister der Tischler-Innung Hofgeismar). „Lassen Sie die ausgestellten Gesellenstücke erst einmal auf sich wirken - Form. Gestaltung, Idee, Materialauswahl aber auch die Gebrauchsfähigkeit. Und die dann eventuell entstehenden Fragen beantworten gerne die Kollegen aus dem Prüfungsausschuss.“ So präpariert betreten wir den Ausstellungsraum, während nebenan noch die letzten praktischen Prüfungen stattfinden. Der erste Eindruck: Sieht ja alles toll aus - egal, ob Sessel, Low-Board oder Schreibtisch. Üblicherweise erhält hier nur eine Tischlerin oder ein Tischler einen Preis. Dieses mal kommen allerdings zwei der Gesellenstücke in die engere Wahl und werden fast gleich bewertet, sodass man sich darauf einigt, einen ersten und einen zweiten Platz zu vergeben.

Der ersten Platz geht an den Kasseler Jan Niklas Fubel, der in der Firma Dotting in Habichtswald-Ehlen ausgebildet wurde. Der angehende Geselle arbeitete rund 85 Stunden an seinem Weinschrank. Seine „Abendbegleitung in Nussbaum“ schwebt auf Rollen, die hinter den Blenden des Korpusses verdeckt sind und ist somit beweglich. Zur leichteren Handhabung lässt sich ein Griff ausklappen, der eine sichere Führung gewährleistet; bei Bedarf lässt sich eine Arbeitsplattenerweiterung ausklappen. Im Inneren des Kleinmöbels befinden sich ein Weinregal, auf Filz gebettete Weingläser und eine Schublade für Utensilien. „Für einen schönen Abend fehlen also nur noch die richtigen Gäste und eine vielversprechende Weinauswahl“, so Niklas Fubel.

Für ihr Low-Board erhält Julia Bonnet aus Niedermeiser den zweiten Preis. Sie hatte 75 Stunden in ihr TV-Möbel investiert und wurde in der Tischlerei Schlaf in Oedelsheim ausgebildet. Der Korpus ihres Gesellenstückes ruht auf einem dunklen Stahlgestell, welches die Silhouette durch Form und Licht gut zum Ausdruck bringt. Die LED ist in eine Platte eingelassen, die zwischen Korpus und Gesell liegt. Dadurch, dass sie zurück springt, lässt sie den Korpus schwebend wirken. Für einen sauberen Abschluss sorgt die anthrazit lackierte Glasplatte, welche – durch ihren geringen Abstand zur Deckplatte – ebenfalls zu schweben scheint.

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