„Die Zukunft der Stadt soll besser werden“: Smart Kassel Council feilt an der Strategie

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle formulierte den Leitgedanken für den Smart Kassel Strategieprozess: „Wir machen es einfach!“
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Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle formulierte den Leitgedanken für den Smart Kassel Strategieprozess: „Wir machen es einfach!“

Es geht los. Der Smart Kassel Council, besetzt mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung, traf sich zum Strategieworkshop über den Dächern von Kassel.

Kassel. Im Gebäude Treppe 4 in der Kasseler Treppenstraße diskutierte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle mit 30 klugen Köpfen, was das Smart Kassel Projekt so besonders macht und welche Ziele für die vorab skizierten Cluster Leben & Wohnen, Energie & Umwelt, Bildung & Arbeit sowie Mobilität besonders wichtig sind.

Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, beim Strategieworkshop des Smart Kassel Councils.

„Es ist nicht selbstverständlich, so viele Top-Entscheider an einen Tisch zu bekommen. Es zeigt aber, wie groß das Interesse an der Zukunft unserer Stadt ist. Gemeinsam geht es uns darum, in einem Miteinander starker Partner die richtigen Impulse für das weitere Vorgehen im Smart City Prozess zu geben“, war Oberbürgermeister Christian Geselle begeistert von der großen Resonanz beim Strategieworkshop. Moderiert von der renommierten Dialog-Expertin Dr. Antje Grobe tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Perspektiven, Interessen und Zielvorstellungen aus, identifizierten Schlüsselfragen und legten die nächsten Schritte fest.

GWG-Geschäftsführer Peter Ley mit der Präsidentin der Universität Kassel, Dr. Ute Clement.

 „Wir machen es einfach, weil einfach machen einfach besser ist - und wir machen es einfach“, formulierte Oberbürgermeister Christian Geselle den Leitgedanken für die weitere Entwicklung Kassels zur Smart City. Der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger müsse für den Einsatz von digitalen Technologien im Vordergrund stehen. Neben einer Verbesserung der Lebensqualität seien Effizienz und Nachhaltigkeit ebenso wie der Klimaschutz stadtpolitische Ziele, die in die Smart Kassel-Strategie einfließen sollen.

Dafür werden in den kommenden Monaten nicht nur das Experten-Gremium des Smart Kassel Councils („top-down“-Ansatz), sondern auch eine Bürgerbeteiligung auf breiter Basis („bottom-up“) Bedürfnisse formulieren und Ideen für die Stadt von morgen entwickeln.

Denn die „Modellprojekte Smart Cities“ sind der Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung verpflichtet. Die vom Bundesinnenministerium als Fördermittelgeber ausformulierte Prozessanforderung an die Strategieentwicklung lautet, dass die Erarbeitung in einem offenen und partizipativen Verfahren vor Ort erfolgen soll.

Dieser Öffnungsansatz erfordert eine durchdachte Vorgehensweise. Der Kasseler „Co-Smart-Strategieprozess“ setzt daher sowohl auf der Leitungsebene als auch an der Basis der Stadtgesellschaft an. Beide Stränge sollen in Kassel zu einem gemeinsamen Strategieprozess verbunden werden. Diese kombinierte Vorgehensweise wird als Middle-out-Ansatz bezeichnet. Die Kassel-Formel lautet also: top-down + bottom-up = middle-out. 

Helge Förster (Geschäftsführer Hübner Holding GmbH) im Gespräch mit Dr. Michael Maxelon (Geschäftsführer der KVV und Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke sowie der KVG) im angeregten Austausch.

Hintergrund: Bund fördert Smart City‐Projekt in Kassel Als „Modellprojekt Smart City“ wurde die Stadt Kassel vom Bundesinnenministerium als eine von bundesweit 32 Kommunen für eine Förderung ausgewählt. In den kommenden sieben Jahren stehen ihr rund elf Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung, um eine Smart City‐Strategie und konkrete Umsetzungsprojekte zu erarbeiten. Dadurch gewinnt der bereits 2018 von Oberbürgermeister Christian Geselle eingeleitete Prozess hin zur Smart City weiter an Dynamik. Mit den „Modellprojekten Smart Cities“ fördert die Bundesregierung die digitale Modernisierung der Kommunen. Das Ziel sind lebenswerte und handlungsfähige Städte, Gemeinden und Landkreise, die neue Technologien in den Dienst der Menschen und übergeordneter Ziele des Gemeinwohls stellen. Orientierung dabei gibt die „Smart City Charta“ des Bundesinnenministeriums. Die Stadt Kassel stützt sich auf die Leitlinien der Charta und verbindet mit der digitalen Transformation einen partizipativen Gestaltungsauftrag. Smarte Technologien sollen in Kassel dazu beitragen, die Lebens‐ und Standortqualität zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und für mehr Miteinander und soziale Teilhabe zu sorgen.

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