1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Kassel

Diesel im Bike-Tank

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Brede

Kommentare

Ole und sein ganzer Stolz.
Ole und sein ganzer Stolz. © Lokalo24.de

Gudensberger Olaf Fankhänel baut Dieselmotorräder.

Gudensberg. Im Frühling erwachen die meisten Motorradfahrer aus ihrem Winterschlaf. Auf den Straßen der Region sind wieder mehr Bikes unterwegs. Pünktlich zum Saisonbeginn erscheint jetzt die neue Ausgabe des Bike-Magazins "Abgefahren" der EXTRA TIP Mediengruppe. Darin enthalten: Viele spannende Geschichten rund um das Thema Motorrad. Eine davon dreht sich um Olaf Fankhänel aus Gudensberg.

Der Diesel läuft

Olaf, genannt Ole, Fankhänel versprüht Energie und strahlt eine Aura aus, der man sich nur schwer entziehen kann. Er ist ein Macher. Einer, der sich was traut. Wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, arbeitet er solange daran, bis es läuft. So auch vor ein paar Jahren. Ole wollte ein Motorrad mit Dieselmotor bauen. Er kaufte eine gebrauchte Royal Enfield mit Motorschaden für kleines Geld, warf den Motor aus dem Rahmen und baute einen 1-Zylinder-Diesel-Stationär-Motor ein.

Den Diesel-Motor hatte er einer Rüttelplatte entnommen. An die Diesel-Royal Enfield montierte er wasserdichte Fässer, die er als Transportbehälter umgebaut hatte. Der Motor wird per Seilzug gestartet.  Mit diesem Vehikel fuhr Ole bereits durch Masuren bis zur Russischen Grenze und zurück – und das ohne Panne unterwegs. Verbrauch des Diesel-Aggregats: Etwa 1,7 Liter pro 100 Kilometer.

Erst mal auf den Geschmack gekommen, machte Ole sich an sein zweites Projekt. Diesmal ein Dnjepr-Gespann M72, das er mit einem Drei-Zylinder-Dieselsaugmotor von Daihatsu versah. Hört sich einfach an. Doch um den Motor unterzubringen,  musste der gesamte Rahmen umgebaut und verstärkt werden.

"Der Graugussbrocken wiegt alleine ohne Anbauten schon 85 Kilogramm”, erzählt Ole. Es folgten unzählige Schritte und viele Arbeitsstunden, um die Kutsche zum Laufen zu bringen. Der Diesel ist die optimale Motorisierung für das Motorrad. Das gewaltige Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und die günstigen Unterhaltskosten überzeugen.

Blitzblanke Werkstatt

In Oles blitzblank aufgeräumter Werkstatt ist schon wieder das nächste Projekt in Arbeit. Eine BMW K100 feiert gerade Hochzeit mit einem Daihatsu-Motor. Den hat der Bastler in der Schweiz aufgetrieben. "Die sind selten mittlerweile", sagt er. Der Rahmen der K100 biete sich für diesen Umbau geradezu an. "Er ist unten offen, sodass der Motor als tragendes Element eingebaut werden kann. Außerdem ist der Rahmen ausreichend stark dimensioniert”.

Neben aller Diesel-Euphorie, pflegt Ole mit seiner Frau ein "ganz normales" Biker-Dasein. In der Garage steht eine Harley-Davidson in stolzem Blaumetallic, die Olaf und seine bessere Hälfte seit vielen Jahren quer durch ganz Europa zu neuen Zielen trägt – zuletzt mehrere tausend Kilometer bis ins Baltikum.

Und wenn es unterwegs eine Panne gibt? Kein Problem. Ole kennt alle Schrauben und Dichtungen der Harley. Selbst eine Operation am offenen Herzen des Moppeds, direkt am Straßenrand, ist schon glücklich verlaufen. Beim Bordwerkzeug, da wo für viele Biker das Latein endet, beginnt es bei Ole erst.

Da wundert es kaum, dass in Oles Kopf bereits ein neues Fernreise-Projekt reift. Mit einer Honda CT110 – diese gibt es nur vier Mal in Deutschland – soll es bis in die Mongolei gehen.

Die gesamte Geschichte über Oles Leidenschaft zu Motorrädern und mehr spannende Biker-Berichte gibt es in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Abgefahren" und im BIKE PORTAL unter: www.bike.extratip.de. "Abgefahren" ist an allen bekannten Biker-Treffpunkten der Region kostenlos erhältlich.

Auch interessant

Kommentare