Dieseln wir einfach mal weiter!

Der Briefwechsel zum Thema Diesel.

Sehr geehrter Professor Dr. Helmut Holzapfel, ich will mich hier gleich mal outen. Selbstverständlich fahre auch ich eines dieser wunderbaren Fahrzeuge, die bei geringem Verbrauch viel leisten. Und Sie werden es sich kaum vorstellen, aber das wird – zumindest privat – auch so bleiben. Die aktuelle völlig überhitzte Diskussion wollen wir doch alle mal mit der nötigen Ruhe betrachten. Einfach nur Blödsinn ist es, jetzt in aller Panik ein gutes Auto zu Niedrigstpreisen zu verkaufen, weil gerade die Diskussion um Stickstoff zu hochgekocht wird. Sind die Grenzwerte zu niedrig angesetzt worden? Ist es richtig, dass die Grenzwerte am Arbeitsplatz vierzig mal höher sind als auf der Straße? Die einer Zigarette gar vierhundert mal höher? Sie haben als anerkannter Verkehrsfachmann die Veröffentlichungen der letzten Wochen und Monate mal genau unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: Die Mehrzahl der Gesundheitsfachleute sind sich einig, dass die aktuellen Grenzwerte richtig angesetzt worden sind. Wie kommt es also zu diesem Desaster? Offensichtlich hat sich die Automobilindustrie etwas überschätzt, als es darum ging, die Grenzwerte festzulegen. Widerstand seitens der so oft gescholtenen Lobbyisten gab es damals – wie Sie zu Ihrer Verwunderung feststellen mussten – offensichtlich nicht.

Fragen wir uns also, was soll der gebeutelte Dieselfahrer machen? Ihr Rat ist praxisnah: In Nordhessen haben wir mit den Grenzwerten sowieso keine Probleme. Fahren wir also erst einmal weiter und schauen, was Politk und Autoindustrie zu aushandeln. Unterstützen werden wir natürlich diejenigen Politiker, die die Hersteller dazu verdonnern, unsere Fahrzeuge so aufzurüsten, dass die Grenzwerte erreicht werden. Sollte das nicht möglich sein, müssen wir eben den Wertverlust einklagen. Was aber machen diejenigen, die sich aktuell und in Zukunft einen Neuwagen kaufen wollen? Alternativen gibt es mittlerweile genug. Ich werde es demnächst nicht nur wie bisher mit sparsamer Fahrweise, sondern auch mal mit einem Hybrid versuchen. Die gibt es mittlerweile auf höchstem Niveau. In der Stadt mit Strom, auf dem Land mit Diesel oder Benzin. Das scheint mir eine gute Lösung zu sein. Die neuen Diesel sind anscheinend auch lupenrein. Und die Elektrofahrzeuge? Werden immer mehr zur Alternative. Insbesondere für diejenigen, die auf dem Dach eine Solaranlage haben und den Strom selbst herstellen. Richtig spannend wird es aber erst mit neuer Batterietechnik, neuen Motoren und jede Menge Ladestationen. Mit gesunden Grüßen Rainer Hahne Chefredakteur P.s. Problematisch ist es übrigens, wenn man wie ich den ganzen sonnigen Sommer Fahrrad fährt. Dafür gibt es für viele nur eine Erklärung: Der Lappen ist weg. Und wenn man durch diese umweltfreundliche Fortbewegungsart auch noch 13 Kilo abnimmt ist sowieso klar: Das kann nur Krebs sein.

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