Differenzierung gefordert Kasseler Markt-Veranstalter fühlt sich von Regierung im Stich gelassen

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Wurde von der Gemeinde Calden abgesagt: Das Gartenfest im Park von Schloss Wilhelmsthal. Archivfoto: Schaumlöffel

Die Evergreen Freiluft-Landschaftspark-Gartenmärkte haben in diesen Zeiten eigentlich die besten Voraussetzungen, um Schutz- und Hygieneplan im Kontext zu Covid-19 einhalten zu können. Denn die Garten-Festivals finden draußen und jeweils auf über 20.000 Quadratmeter Fläche statt.

„Evergreen – ein Tag wie Urlaub“ lautet das Motto von Gartenfestival-Veranstalter Christian Rode (u.a. Gartenfest Schloss Wilhelmsthal und Herbstzauber in der Karlsaue). Seine Freiluft-Landschaftspark-Gartenmärkte haben in diesen Zeiten eigentlich die besten Voraussetzungen, um Schutz- und Hygieneplan im Kontext zu Covid-19 einhalten zu können. Denn seine Garten-Festivals finden draußen und jeweils auf über 20.000 Quadratmeter Fläche statt.

Genug Platz also, um Abstand zu halten. Während in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Gartenmessen von Evergreen wieder stattfinden dürfen, wird Rode in Hessen weiter hingehalten. Der Kasseler vermisst Unterstützung von Seiten der Behörden und des Landes. „Irgendwie gehöre ich und mein Gewerbe zu denen, die scheinbar vergessen wurden. Denn während Handel wieder in geschlossenen Räumen, Einkaufszentren und Outlet-Centern stattfinden darf, bleiben mir in Hessen die Freiluftmärkte untersagt.“ Er sagt ganz klar: Meine Märkte sind nicht mit Volks- und Vergnügungs-Festen, Kirmes und anderen Großveranstaltungen gleichzusetzen, wie es derzeit leider geschieht. Bei mir steht der Handel im Vordergrund, nicht der Festcharakter.“ Dabei könnte Rode sämtliche Abstands- und Hygieneregeln auf seinen Märkten besser einhalten, als man das beispielsweise auf Wochenmärkten könne.

Über 1000 Aussteller haben faktisch Berufsverbot

„Mein Unternehmen befindet sich mit seinen 15 Mitarbeitern seit März in Kurzarbeit. Und unseren rund 1000 Ausstellern bundesweit wurde ebenfalls faktische ein Berufsverbot auferlegt.“, berichtet Rode. Die Umsatzausfälle gingen bereits in die Millionen-Euro. Rode wünscht sich von den hessischen Politikern eine sofortige Differenzierung zwischen Innen- und Außenveranstaltung mit Marktcharakter, um eine Durchführung zu genehmigen. „Aktuelle Studien führender Wissenschaftler besagen, dass es im Freien, faktisch nicht zu Ansteckungen kommen kann‘ (Prof. Podbielski) und ,draußen alles wegweht, was anstecken kann‘ (Prof. Drosten). Eine aktuelle Studie besagt sogar, dass von 7.000 Ansteckungen nur eine einzige im Freien stattfand, Deswegen sind meine Freiluftmärkte doch gerade ideal.“ Sie hätten außerdem ja auch einen Versorgungscharakter und könnten deshalb unter Einhaltung aller auferlegten Regeln durchgeführt werden. „Die historischen Landschaftsparks, die als Ausstellungsfläche dienen, sind sogar unbegrenzt erweiterbar. Hier kann man jedem Besucher über 20 Quadratmeter anbieten. Und man müsste die Besucher nicht wie bei Ikea oder im Baumarkt reinquetschen.“

Sicherheitsmaßnahmen im Freien leichter einzuhalten

„Ich kann es deshalb nicht verstehen, warum in Hessen Gartenmärkte und Möbelhäuser öffnen dürfen und meine Märkte nicht. Denn Sicherheitsmaßnahmen sind in großen Parks doch deutlich leichter einzuhalten, als in Innenräumen.“ Ein Schutz- und Hygieneplan haben Rode und sein Evergreen-Team bereits ausgearbeitet. Dazu gehören natürlich Online-Ticketverkauf und Ticketverkauf direkt auf dem Parkplatz (um Warteschlangen zu minimieren, mehr Toiletten und mehr Personal, dass die Einhaltung der Auflagen kontrolliert, eine leichte Besucherlenkung, Maskenpflicht für Aussteller und Mitarbeiter sowie zusätzliche Hygienestationen.“

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