Dirk Stochla gibt Amt auf

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Vellmar. Zu viel Herz, zu wenig Abstand: Vellmars Bürgermeister verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf weitere Kandidatur.

Vellmar. Dirk Stochla, Bürgermeister der Stadt Vellmar, wird nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Das verkündete der Rathauschef am Sonntag im Rahmen des Neujahrsempfanges des SPD-Ortsvereins Vellmar. "Ich werde mein Amt nach 12 Jahren mit Ablauf meiner Wahlzeit am 26. November 2014 aufgeben", so Dirk Stochla in einer schriftlichen Erklärung. Die Entscheidung, die ihm sehr schwer gefallen sei, habe er gemeinsam mit seiner Familie getroffen.

"Ist mir nicht gelungen, einen Gang runterzuschalten"

Die Leidenschaft für seinen Job hat Dirk Stochla offenbar Kräfte geraubt. Er liebe seine Aufgabe als Bürgermeister und lebe sie noch immer. Allerdings oft so sehr, dass er zu vielen Themen, Aufgabenstellungen und Situationen nicht den manchmal notwendigen emotionalen Abstand habe halten können. "Das Amt des Bürgermeisters war und ist für mich nicht nur ein Beruf, es ist Lebensinhalt. Eine solche Einstellung kostet immens Kraft und Nerven und hat dazu geführt, dass es mir in den letzten Jahren gesundheitlich immer schlechter ging", so der SPD-Politiker.  Es sei ihm nicht gelungen, einen Gang runter zu schalten und sich ein "dickeres Fell" zuzulegen. "Ich bin so wie ich bin und weiß, dass mich die Menschen in unserer Stadt auch deswegen zu schätzen wissen".

Gesundheitszustand hat sich verschlechtert

Nach mehreren vorangegangenen gesundheitlichen Problemen habe sich sein Gesundheitszustand Anfang November erheblich verschlechtert. Es folgte ein Klinikaufenthalt bis Weihnachten, bis heute ist der Bürgermeister nicht vollständig genesen. Voraussichtlich wird er sich noch einmal in  stationäre Behandlung begeben müssen.

Gerne hätte er sich auch zukünftig dem Amt und den damit verbundenen Herausforderungen gestellt. "Allerdings muss ich unter Anerkennung der Tatsachen feststellen, dass ich neben der herausragenden Verantwortung für die Stadt Vellmar und deren Bürgerinnen und Bürger eine noch viel größere Verantwortung zu tragen habe. Das ist die Verantwortung für meine Familie und schlussendlich auch für mein persönliches Wohlergehen", so Dirk Stochla. "Es tut weh, aber es ist für uns die richtige Entscheidung".

Für seine berufliche Zukunft gebe es keinen Plan B, so der Bürgermeister. Er sei sich aber bewusst darüber, dass er auch zukünftig einer Arbeit nachgehen muss. "Ich will mich nicht mit 42 Jahren zur Ruhe setzen", heißt es in der Erklärung. Zunächst habe die Entscheidungsfindung im Vordergrund gestanden, jetzt folge die weitere Genesung und dann die Suche nach einer neuen Aufgabe.

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