documenta-Bildband zeigt 60 Jahre Kunstgeschichte in Kassel

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Das documenta 6-Kunstwerk „Rahmenbau“, von Haus-Rucker-Co, das 1977 am Friedrichsplatz/ Gustav-Mahler-Treppe errichtet wurde, ist auch im Buch zu sehen. Im Bild: (v.li.) Hans-Dieter Müller (Geschäftsführer Oktogon Verlag) mit den Herausgebern Helmut Plate und Dr. Harald Kimpel.

Von der ersten documenta bis heute: Helmut Plate und Dr. Harald Kimpel haben einen Bildband veröffentlicht, der als Rückblick ebenso taugt wie als Appetitmacher auf mehr.

Kassel. „Die Spitzhacke wird man in diesem Buch vergeblich suchen“, sagt Helmut Plate. Weil es den Herausgebern – Dr. Harald Kimpel und ihm – nicht um das einzelne Objekt, sondern um den jeweiligen Inszenierungszusammenhang geht.

Und so zeigt „ documenta – Eine Bildgeschichte“ die 14 Etappen der Weltkunstausstellung seit 1955 in repräsentativen Ansichten, denen jeweils auf nur einer Seite der künstlerische Leiter und sein Konzept vorangestellt ist. Das im Oktogon-Verlag erschienene Werk ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem documenta-Experten und Kunstwissenschaftlers Dr. Harald Kimpel und des Initiators Helmut Plate. Dessen Idee zu dem Buch wartet schon seit 35 Jahren auf Verwirklichung: „Das Jahr 1982, documenta 7. Als 23jähriger war ich Assistent von Rudi Fuchs und hatte viel mit Recherche-Arbeiten im documenta-Archiv zu tun. Irgendwann in dieser Zeit flatterte einmal ein Brief eines New Yorker Verlages auf Rudis Schreibtisch. Die wollten damals einen Bildband zur Geschichte der documenta machen. Zu oder nach jeder documenta wollte ich diese Idee realisieren.“, erinnert sich Helmut Plate.

 Dass es ausgerechnet nach dieser documenta gelang, die für viele Diskussionen im Nachgang sorgte – ein Zufall? „Es geht darum, den Ruf der documenta wieder zu stärken. Unser Bildband leistet dazu einen kleinen Beitrag.“, sagt Verlags-Geschäftsführer Hans-Dieter Müller. Und Helmut Plate führt aus: „Die Diskussion darf man nicht auf die vergangene Ausstellung reduzieren. documenta, das sind 60 Jahre Kunstgeschichte. Da reduziert sich vieles dann von ganz alleine, wenn man die gesamte Strecke sieht.“

Sechs Jahrzehnte Ausstellungsgeschichte haben Dr. Harald Kimpel und Halmuth Plate zusammengetragen, jeder auf seine Weise. „Uns musste der Spagat zwischen Haralds hohem Anspruch und meiner Vorliebe für bestimmte Bilderwelten gelingen“, beschreibt Plate das kreative Spannungsfeld. Das Ergebnis gefällt. Nicht zu theoretisch, aber stets fundiert. Als Rückblick auf die epochemachenden Inszenierungsmethoden der documenta gibt der Band nicht nur Auskunft über Exponate, sondern insbesondere über die Art deren Präsentation. Für die jeweils etwa zwanzig Aufnahmen pro documenta wurden Einblicke ausgewählt, die das Wesentliche des Geschehens kommunizieren sollen.

„Wirklich stolz macht uns, alle Hürden genommen zu haben, damit dieses Projekt realisiert werden kann“, sagt Helmut Plate. Verbunden mit dem Dank an documenta-Archiv und zahlreiche Fotografen, die ihre Arbeiten zum opulenten Bildband beisteuerten.

Das Buch (288 Seiten, mit über 300 Abbildungen) ist ab sofort zum Preis von 40 Euro im Buchhandel erhältlich.

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