documenta: Dank für eine gelungene Weltausstellung

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Der Ausstellungsort Athen verursachte die Budget-Überschreitung – das teilten Hessens Kunstminister Boris Rhein (li.) und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle nach Studium der Zahlen durch externe Wirtschaftsprüfer im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.

Kassel - das Wichtigste gleich vorweg: Wer nach den finanziellen Problemen der documenta personelle Konsequenzen durch den Aufsichtsrat erwartet hatte, wurde enttäuscht.

Der künstlerische Leiter Adam Szymczyk und die Geschäftsführerin Annette Kulenkampff können in Ruhe weiter arbeiten. Mit einem Dank an das gesamte Team der Documenta 14 eröffneten Oberbürgermeister Christian Geselle und Staatsminister Boris Rhein die Pressekonferenz nach einer überlangen Aufsichtsratssitzung. Dann ging es ins Eingemachte. Bürgschaften für insgesamt acht Millionen Euro haben Land und Stadt der documenta gegeben, damit die sich auf dem Finanzmarkt bedienen konnte und aktionsfähig blieb.

„Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, mit welchem Minus wir am Ende wirklich dastehen werden“, erklärte Oberbürgermeister Christian Geselle. „Es dürften aber erheblich weniger sein, als diese acht Millioonen Euro, zumal wir eine Million Euro nur sicherheitshalber als Puffer eingestellt haben.“ Intensiv wurde nachgefragt, wie es denn zu den Etatüberschreitungen gekommen ist. Nur grobe Zahlen habe man einstweilen vorliegen. Es sei aber klar, dass es in Athen zu finanziellen Problemen gekommen sei, so Geselle. „Da reden wir über Mieten, Nebenkosten, Transporte, Kunstwerke. Jeder einzelne Posten wird noch genau untersucht. Wir wollen wissen, wer für was verantwortlich ist. Wer auf den Knopf gedrückt und bezahlt hat.“ Als erste Konsequenz aus diesen finanziellen Problemen steht fest, dass man ein funktionierendes Controlling aufbauen wird. Es könne nicht sein, dass der Aufsichtsrat erst so spät informiert worden sei. An dem Grundkonzept der documenta will man aber nicht rütteln: „Die künstlerische Freiheit ist uns heilig“, betonte Staatsminister Boris Rhein, der der Dokumenta 14 bescheinigte, dass sie unterhaltsam, provokativ und zuschauerstark war.

„Ich muss überhaupt sagen, dass die documenta ein Geschenk für das Land Hessen und die Stadt Kassel ist.“ Ob die documenta demnächst ein noch größeres Geschenk für den Bund ist, weil der Mitgesellschafter werden könnte, beantwortete Rhein mit einem wissenden Schmunzeln. Wird die documenta demnächst nur noch in Kassel stattfinden? Diese Frage beantwortete Oberbürgermeister Christian Geselle mit der gebotenen Sensibilität: „Kassel will weltoffen sein. Wir wollen nicht provinziell und kleingeistig dar stehen. Zu einer Weltausstellung gehört es, international dar zustehen. Aber es muss auch klar sein, das wir eine Kultur des Neinsagens entwickeln müssen, wenn es Forderungen gibt, die die Grenzen des Machbaren überschreiten und die Documenta gefährden. Wegnehmen kann uns die documenta niemand. Aber wir können sie selbst gefährden.“ Die Grenzen des Machbaren sahen die Macher übrigens mit fast 900.000 Besuchern erreicht.

„Die Schlangen waren lang. Mehr kann man den Besuchern nicht mehr zumuten“, war sich Boris Rhein sicher. Und zu noch etwas äußerte sich Rhein deutlich. „Ich war nicht glücklich darüber, was über den künstlerischen Leiter Adam Szymszyk und über die Geschäftsführerin Annette Kulenkampff geschrieben worden ist. Das hat zu tiefen Verletzungen geführt. Davor wollten wir sie bewahren. Das ist uns nicht gelungen.“ Auch zu den Durchstechereien, die vermutlich aus den Reihen des Aufsichtsrates gekommen waren, äußerte er sich: „Wenn wir herausfinden könnten, wer das war, würden wir ihn/sie strafrechtlich belangen. Die documenta und die handelnden Personen wurden geschädigt. Aber wir werden es wohl nie herausfinden.“

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