Zur documenta: Kunst zum Nachdenken und Erleben

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Sind gespannt auf die Reaktionen: Snipes-Mitarbeiter Ozan Ural, Wolfgang Brüssing, Künstler Norbert Riba und EXTRA TIP-Praktikant Arvid Schöne.
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In der Kurt-Schumacher-Straße entsteht ein Lapplandzelt für documenta-Besucher.
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Zwei neue Kunstwerke wurden pünktlich zur documenta in der Kasseler Innenstadt aufgestellt. Eine Bank mit Botschaft und ein Lapplandzelt.

Kassel. Pünktlich zur documenta steht in der Treppenstraße nun ein weiteres Kunstwerk: eine Bank, die zum Nachdenken anregen möchte. Die eine Seite der Bank ist geschwärzt und verbrannt, die andere Seite weiß lackiert und scheinbar nur für Schweizer gedacht. Sie ist nicht etwa zum Sitzen, sondern um documenta-Besucher vor Augen zu führen, wie allgegenwärtig Diskriminierung auch noch heute ist. „Anlass für diese Bank waren Volksabstimmungen in der Schweiz 2013, in denen die Schweizer für ein restriktives Asylgesetz stimmten. Die Idee entstand allerdings schon 2006, als ich im Apartheidmuseum in Johannesburg eine ähnliche Bank entdeckte“, so Norbert Biba, der die Bank seit der Fertigstellung 2014 in ganz Deutschland aufstellt und so für Aufmerksamkeit sorgt.

„Die Bank wurde damals mit einer Berufsschulklasse in Frankfurt realisiert und umgesetzt. So konnten die Schüler auch fühlbar etwas erarbeiten und sich mit dem Thema bewusster auseinandersetzen“, erläutert der Künstler aus Frankfurt weiter. Nun hat die Bank ihren Weg nach Kassel gefunden und wird während der documenta für ein kurzes Innehalten sorgen. Da der Bank keine Erklärung beiliegt, ist der Raum für Spekulation groß. Norbert Biba freut sich über diese Reaktionen: „Die Resonanz auf die Bank ist sehr positiv. Von einer Schweizerin bekam ich ein Bild geschickt, auf der sie sich bewusst auf die Seite für die restlichen Europäer gesetzt hat. Ich bin gespannt, wie die documenta-Besucher reagieren.“

Eine halbe Europareise hat der Künstler Joar bereits hinter sich. Mit seinem Bulli transportiert er "European everything" von einem documenta-Ausstellungsort zum anderen. In Athen hat er die Menschen mit seinem Lapplandzelt schon begeistert. Bei ihm traf man sich, redete, machte Musik. Zur Zeit baut er in der Kurt-Schumacher-Straße in einem kleinen Laden auf. Unübersehbar. Ein wenig verspätet hat sich der sympathische Künstler. Ein Unfall hat ihn aufgehalten. Ein Kollege hat jetzt die Löcher in der Tür zugeschweißt. Unter Künstlern hilft man. Besucher können sich freuen. In dem ehemaligen Verkaufsraum können sie ein Kunstwerk genießen, aber sich auch auf Rentierfellen ausruhen.

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