documenta wie Weihnachten für Handel und Gastronomie

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Soremski

Essen, Trinken, Schlafen – und auch noch etwas einkaufen: Das werden die documenta-Gäste neben dem Besuch der Weltkunstausstellung ebenfalls tun. Und zwar nicht so knapp, so hoffen die Branchen Handel und Gastronomie. Deren Erwartungen lassen den aktuellen IHK-Klimaindex in die Höhe schießen.

Kassel. Erwartet werden eine Million Besucher zur documenta, die ab dem 10. Juni die Stadt Kassel für 100 Tage zur Welt-Metropole moderner Kunst werden lässt. Die Buchungszahlen der Hotels sind bereits gut, allerorts entstehen temporäre Gastronomie-Standorte (der EXTRA TIP berichtete), die ihr Stück vom Konsum-Kuchen der Kunstbesucher abhaben wollen.

Und obwohl es bei einzelnen Gastronomen auch skeptische Töne angesichts des großen Angebots gibt, ist die Branche insgesamt in Hochstimmung versetzt: Die nordhessische Wirtschaft vermeldet zum Frühsommer Bestwerte bei der Konjunkturumfrage. Der Klimaindex über alle Branchen in Nordhessen und im Altkreis Marburg steigt auf 126,4 Punkte (Vorbericht 117,2 Punkte, Vorjahr 115,5 Punkte). Treiber der Zahlen ist die positive Erwartungshaltung in Gastronomie und Handel.

„Insgesamt stehen eigentlich die Zeichen bundesweit auf einer Abkühlung der konsumtiven Branchen. Begründet wird dies mit einem steigenden Ölpreis und einer anziehenden Inflationsrate“, berichtet IHK-Geschäftsführer Thomas Rudolff. Insofern komme nur ein Sondereffekt in Frage. „Da die Gastronomie absolute Spitzenwerte hinsichtlich der zukünftigen Erwartung und der Handel ähnliche Datenkränze vermeldet, wie kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass beide Branchen eine extrem hohe Erwartungshaltung an die documenta 14 haben“, analysiert IHK-Geschäftsführer Thomas Rudolff die aktuellen Zahlen des Geschäftsklimaindex – einer Umfrage, an der sich 368 Unternehmen aus Nordhessen und Marburg beteiligen.

Die Weltkunstausstellung könnte also für eine regionale Sonderkonjunktur sorgen. „Ganz klar: Wir befinden uns hier stark im spekulativen Bereich“, sagt Thomas Rudolff. Es deute aber alles darauf hin, dass „bei entsprechenden Rahmenbedingen (Wetter, erste Kritiken, Stimmung in der Bevölkerung etc.) alles auf ein nordhessischen Sommermärchen hinaus laufen könnte.“

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