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documenta 15 zeigt ihr Logo – Ausstellung 2022 auch in Hübner-Hallen in Bettenhausen

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Von: Victor Deutsch

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Umschlingende Hände, knallige Farben, eine Schrift bei der sich einzelne Buchstaben zu Seilen verflüssigen: die documenta 15 – offiziell „fifteen“ – hat in dieser Woche ihr Erscheinungsbild präsentiert. Ein weiterer Termin, bei der Ausstelungsflächen in Bettenhausn, in den ehamligen Hübner-Hallen, vorgestellt werden sollten, fiel aus.

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Das neue Logo – hier zu sehen an der documenta Halle:  v.li.) Kassels OB Christian Geselle  documenta-Aufsichtsratsvorsitzender), Leon Schniewind  Inhouse Desinger documenta), Reza Afisina  ruangrupa) und Dr. Sabine Schormann  Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH).
2 / 12Das neue Logo – hier zu sehen an der documenta Halle: v.li.) Kassels OB Christian Geselle documenta-Aufsichtsratsvorsitzender), Leon Schniewind Inhouse Desinger documenta), Reza Afisina ruangrupa) und Dr. Sabine Schormann Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH). © Harry Soremski
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von VICTOR DEUTSCH

n Kassel. Umschlingende Hände, knallige Farben, eine Schrift bei der sich einzelne Buchstaben zu Seilen verflüssigen: die documenta 15 – offiziell „fifteen“ – hat in dieser Woche ihr Erscheinungsbild präsentiert. Ein weiterer Termin, bei der Ausstelungsflächen in Bettenhausn, in den ehamligen Hübner-Hallen, vorgestellt werden sollten, fiel aus.

„Das gemeinsam mit Studierenden entwickelte Design ist inspiriert vom lumbung-Konzept der documenta“, erklärt man in einer Pressemitteilung. Dessen Kernthemen sein kollektive Praktiken des Teilens, Solidarität und Freundschaft – dafür wählte man die Hände. Die in ihren Umrissen visualisierten Seile als Kernelement des visuellen Erscheinungsbildes der documenta fifteen stehen für eine unbegrenzte Gemeinschaft, die eine nachhaltige Zukunftsstrategie eröffnet. Die Farbpalette des Designs ist von natürlichen Textilfarben inspiriert, wie sie seit Generationen bei der Herstellung traditioneller textiler Produkte in Indonesiens verwendet werden. An der Entwicklung beteiligt waren Studierende von Studio 4oo2 aus Jakarta und von kmmn_practice aus Kassel.

Im Prozess wurde Studio 4oo2 das Haupterscheinungsbild der documenta fifteen übertragen, während kmmn_practice die Chance erhielt, ihren partizipatorischen Ansatz für ein Erscheinungsbild des ruruHaus umzusetzen. Hier schuf das Kasseler GRafitti-Kollektiv „Koilor Kubes“ ein farbenprächtiges Werk. Im Frühsommer 2020 hatten die Studierenden von Studio 4oo2 mit der Berliner Markenagentur Stan Hema und documenta Inhouse-Designer Leon Schniewind die gemeinschaftliche Arbeit aufgenommen.

Kommentar von Victor Deutsch

Gestaltungs-Zoff? Na, logo!

„Krickelkrackel“, „Kaufhaus-Kitsch“, „Schlimm“ – kaum ist das neue Logo der documenta vorgestellt, ergießen sich Spott und Häme. Ob der Normalo auf der Königsstraße oder das Mitglied der breit aufgestellten Kasseler Kunstszene: Jeder hat eine Meinung, viele lassen sie hören. Das muss jetzt niemanden beunruhigen. Da ist kein Skandal in Sicht, kein Image-Schaden vorhanden. Es ist – und das ist doch herrlich – ganz lieb gewonnene Tradition, sich an der documenta und den Ideen ihrer jeweiligen künstlerischen Leiter zu reiben. „Mäh mähren halt so gerne“, würde man dem Team von Ruangrupe gerne vom Dolmetscher zuflüstern lassen. Und mit Farben, da tut sich der Nordhesse auch lieber schwer. Schwarz, Weiß, villeicht etwas freundliches Grau. Reduziert muss es sein, die Finesse nur durch Kenner-Blick im Schrifttyp zu finden sein. Nur dann klebt es auch auf dem Saab-Heck. Und dass nun so etwas ganz anderes auf der Fassade an der Königsstraße prangt, ist daher nicht blöd. Es bringt unsere Denkmuster mal durcheinander. Und schreit laut: Sehr her, die documenta ist in der Stadt! Und das finden wir doch irgendwie alle toll.

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