documenta14 zeigt erste Spuren auf dem Friedrichsplatz

documenta 14, Der Parthenon der Bücher
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documenta 14, Der Parthenon der Bücher

100.000 Bücher soll der "Parthenon of books" auf dem Friedrichsplatz zur documenta14 beherbergen. Die Dimension des Kunstwerks zeigte sich am Samstag.

Kassel. "Das Leben verläuft ja auch nicht ohne Knoten", philosophierten zwei Beobachter die Mühen des documenta-Teams Samstagnachmittag auf dem Friedrichsplatz. Als sich das rote Tau, mit dem der Grundriss des geplanten XXL-Kunstwerks (70 x 30 x 20 Meter) zur documenta 14 abgebildet wird, nicht entwirren ließ, kam ein Cuttermesser zum Einsatz - und Knoten ins Seil.

Groß war der Andrang, als documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff, Kurator  Pierre Bal-Blanc und Künstlerin Marta Minujin vor dem Fridericianum Startschuss für das künstlerische Projekt gaben.

Bis zu 100.000 einst oder gegenwärtig verbotene Bücher aus der ganzen Welt werden benötigt, um das Kunstwerk auf dem Kasseler Friedrichsplatz zu errichten, dort, wo 1933 zahlreiche Bücher von den Nazis verbrannt wurden. Aus den gesammelten Büchern soll nach Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis – ästhetisches und politisches Ideal der ersten Demokratie – im Juni 2017 in Kassel The Parthenon of Books maßstabsgetreu installiert und so zu einem deutlichen Zeichen gegen Zensur, das Verbot von Texten und die Verfolgung ihrer Verfasser_innen werden.

"Ihr seid alle eingeladen, Teil der künstlerischen Arbeit zu werden und den Frieden in die Welt hinauszutragen", lud Minujin die Anwesenden ein, ebenfalls Bücher zu spenden.

So hatten es auf der Frankfurter Buchmesse schon große Verlage wie  C.H. Beck, dtv, Hanser Literaturverlage, Kiepenheuer & Witsch, Rowohlt Verlage, S. Fischer Verlag, Suhrkamp Verlage und Ullstein Buchverlage als Unterstützer vorgemacht. Listen auf der Webseite der documenta geben Aufschluss darüber, welche Bücher gefragt sind.

Neben der Abgabemöglichkeit in Kasseler Buchhandlungen steht eine Bücherbox vor dem Fridericianum, in die heute bereits die ersten Werke wanderten.

Fotos: Harry Soremski

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