Ab Donnerstag: Neue Dauerausstellung zur documenta in Kassel eröffnet

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Am Donnerstag wird die neue documenta Dauerausstellung in der Neue Galerie eröffnet. Mit dabei ist auch ein Raum, der von der künstlerischen Leitung der documenta 15, dem ruangrupa-Kollektiv gestaltet wurde. MHK-Chef  Prof. Dr. Martin Eberle und Dr. Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH nahmen dort schon mal Platz.
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documenta Dauerausstellung in der Neue Galerie
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documenta Dauerausstellung in der Neue Galerie

Die documenta ist seit dem Jahr 1955 fest in Kassel verortet und hat nach bisher 14 Ausstellungen zahlreiche Spuren in unserer Stadt hinterlassen.

Kassel. Gemeinsam mit der documenta und Museum Fridericianum gGmbH und dem documenta archiv hat die Museumslandschaft Hessen Kassel eine Dauerausstellung zur Geschichte und Rezeption der documenta in Verbindung mit einer neuen Präsentation der documenta Erwerbungen entwickelt. Die Ausstellung im 1. Obergeschoss der Neuen Galerie will die dauerhafte Präsenz der alle fünf Jahre in Kassel stattfindenden documenta Ausstellungen stärken. Am Donnerstag, den 21. November 2019 wird die neue Dauerausstellung offiziell von Staatsministerin Angela Dorn, dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Christian Geselle und Vertretern der beteiligten Institutionen eröffnet.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: "Die documenta begeistert alle, die sich für Kunst interessieren, und jede Ausgabe lenkt auf ihre Art das internationale Gespräch über Kunst in neue Bahnen. Umso wichtiger ist, dass wir der documenta auch in den Jahren zwischen den Ausstellungen in Kassel einen Ort geben, an dem die Kunstwerke und ihre Geschichte erlebt werden können. Die Dauerausstellung regt die Besucherinnen und Besucher an, sich selbst Gedanken über die Vergangenheit und Zukunft der documenta zu machen. Dafür ist die Neue Galerie der ideale Ort: Seit 1964 wird sie für die Zwecke der jeweiligen documenta Ausstellung genutzt, seit 1982 baut sie eine Sammlung an documenta Kunstwerken mit Unterstützung der Stadt Kassel und des Landes Hessen auf."

"Die documenta ist seit dem Jahr 1955 fest in Kassel verortet und hat nach bisher 14 Ausstellungen zahlreiche Spuren in unserer Stadt hinterlassen. Das wissenschaftlich arbeitende documenta Archiv unter dem Dach der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, das im Entstehen begriffene documenta Institut, zahlreiche verbliebene Außenkunstwerke und nicht zuletzt die in der Neuen Galerie beheimatete städtische Sammlung mit Arbeiten von documenta Künstlerinnen und Künstlern sorgen dafür, dass die Geschichte der Ausstellung auch zwischen den Ausstellungsjahren präsent, erfahrbar und zu erforschen ist. Auf dieser Grundlage fügt sich jetzt die in Kooperation entstandene Ausstellung "about: documenta" in der Neuen Galerie als Projekt der Museumslandschaft Hessen Kassel wie ein Mosaikstein in das stetig im Wandel begriffene Gesamtbild documenta ein, spricht damit ein breites Publikum an und wagt schon heute einen Ausblick in die Zukunft", sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, der zugleich Vorsitzender des documenta Aufsichtsrates ist.

Kulturdezernentin Susanne Völker hält fest: "Die Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen und der Stadt Kassel einschließlich der von ihnen getragenen Institutionen der Museumslandschaft Hessel Kassel als Landeseinrichtung und der gemeinsam getragenen documenta und Museum Fridericianum gGmbH mit dem documenta archiv ist richtungsweisend auch im Hinblick auf das entstehende documenta Institut. Die neue Dauerausstellung in der Neuen Galerie bildet hier einen sichtbaren Baustein für eine Stärkung der Präsenz der documenta auch zwischen den documenta-Jahren."

Am Donnerstag wird die neue documenta Dauerausstellung in der Neue Galerie eröffnet. Mit dabei ist auch ein Raum, der von der künstlerischen Leitung der documenta 15, dem ruangrupa-Kollektiv gestaltet wurde. MHK-Chef  Prof. Dr. Martin Eberle und Dr. Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH nahmen dort schon mal Platz.

Das Projekt "about: documenta" nimmt sich der Herausforderung an, die mit einer musealen Präsentation einer Ausstellungsreihe verbunden ist. Es knüpft hierbei an Arnold Bodes innovativen, verbindenden Umgang mit den gegensätzlichen Prinzipien eines Museums und einer temporären Ausstellung an. Arnold Bode hatte der Stadt Kassel die documenta als "Erbe und Verpflichtung" angedient: Dies umfasst den konstruktiven Umgang mit dem Erbe – nicht nur in Form einer sich alle fünf Jahre immer wieder erneuernden Ausstellung, sondern auch in Form einer Darstellung der Institutionsgeschichte.

Um der Bedeutung dieses Vorhabens gerecht zu werden, widmet sich ab sofort das gesamte Obergeschoss der Neuen Galerie der documenta und ihrer Geschichte. In unterschiedlichen Facetten entfaltet sich das "Gedächtnis" der Weltkunstausstellung: So bieten u.a. die Kabinetträume anhand von ausgewählten Kunstwerken, Fotografien, Archivmaterial und medialen Präsentationen sowie anhand von Reminiszenzen an Inszenierungsstrategien zur jeweiligen documenta und ihren Besonderheiten; in den Kunst-Räumen werden documenta Kunstwerke in Dialog gesetzt; Filme und nicht lineare Mediencollagen erinnern an Performances und die ephemeren Formate der documenta Ausstellungen; im "documenta Lab" ist die Partizipation des Besuchers gefragt und schließlich wird mit einem von ruangrupa, der künstlerischen Leitung der documenta 15, gestalteten Raum ein Blick in die Zukunft geworfen.

Nichts für Frauen in Miniröcken: Ein Teil des documenta-Spiegelraums aus dem Jahr 1968 vom Künstler Christian Megert ist in der Ausstellung zu sehen.

Es soll nachvollziehbar werden, wie jede documenta in ihrer individuellen Ausformung Kunst, kuratorische Theorien und kunsttheoretische Diskurse ihrer Zeit zeigt und zur Debatte stellt. Die Präsentation in der Neuen Galerie ist verortet in dem Spannungsfeld zwischen der Aktualität der jeweiligen documenta und der dynamischen Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte. Das ausgestellte Text- und Bildmaterial kann dabei nur eine exemplarische Auswahl des Darstellbaren sein.

Zu den zunächst mit städtischen und später zusätzlich mit Landesmitteln für die Städtische und Staatliche Sammlung angekauften documenta Erwerbungen der vergangenen Jahrzehnte gehören unter anderem Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler wie Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Mario Merz, Miriam Cahn und Susan Hiller. Mit der umfassenden, dauerhaften Präsentation zur Geschichte der documenta hat sich das Obergeschoss der Neuen Galerie in eine Ebene zur Geschichte und Rezeption der documenta verwandelt, die die Öffentlichkeit einlädt, anhand originaler documenta Kunstwerke sowie unterschiedlicher Dokumente und Medien in die faszinierende Geschichte dieser international bedeutenden Ausstellungsreihe einzutauchen. Gemeinsam mit dem renommierten Gestaltungsatelier "Homann Güner Blum – Visuelle Kommunikation" wird dabei besondere Aufmerksamkeit auf die szenografische Präsentation gelegt. Die Ausstellung wirkt durch lebendige Anschauung und erreicht lokales wie internationales Publikum, das sowohl auf eigenes Erleben der documenta zurückblicken kann, als auch sich erstmals über die wichtigste Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst im 20. und 21. Jahrhundert informieren möchte.

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