Druckerei Schanze: Zukunft weiter völlig ungewiss

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Zwangsversteigerung steht an, Projekte geplatzt, hoher Preis für die Immobilie

Kassel. 5, 4 Millionen Euro  – so hoch ist laut Gutachten der Wert des Gebäudes, in der ehemals die Druckerei Schanze untergebracht war.Das mehr als 4.000 Quadratmeter große Gebäude steht seit einiger Zeit leer – und verfällt zusehends. Am 3. März steht das Areal an der Kohlenstraße 132 in Wehlheiden nun zur Zwangsversteigerung.

2010 hatte Immobilien Kruse aus Lohfelden das Gebäude gekauft und lange sanieren lassen, dann weiter an einen Investor aus Fritzlar verkauft. Eine Call-Center-Agentur nutzte Teile des Gebäudes als Büroräume, zog kurze Zeit später wieder aus, da die Mitarbeiter Gesundheitsprobleme bekamen. Diplom-Ingenieur Ulrich Maus, der das Gutachten im Auftrag des Amtsgerichts  für die Versteigerung anfertigte, schreibt darin: "Laut Auskunft des Bauverwaltungsamtes der Stadt Kassel ist die Ursache der gesundheitlichen Beschwerden der Mitarbeiten des Callcenters nicht bekannt. Auch beim Regierungspräsidium Kassel liegen keine Informationen bezüglich der  Belastung der Innenraumluft vor."

Offene Stromkabel und geplatzte Projekte

Gastronom Umberto Vella, der in einem Teil der alten Druckerei ein neues Restaurant eröffnen wollte, berichtet auf Nachfrage, dass viele Bereiche im Inneren des Gebäudes nicht vollständig erneuert wurden. Offene Stromkabel und provisorische Böden gebe es im Innenbereich.  Und er geht noch weiter: "Die Bauherren Kruse haben die ganze Zeit ein Spiel mit uns gespielt."

Der Gastronom berichtet, dass die damaligen Besitzer nie einen vollständigen Antrag zur gastronomischen Nutzung beim Bauamt eingreicht habe. "Wir hatten schon die Inneneinrichtung für das Restaurant gekauft und warteten darauf, öffnen zu können. Als wir beim Baumamt nachfragten, erfuhren wir, dass ein Baustop verhängt wurde."

Das Projekt platzte, mehrere tausend Euro, die Vella investiert hatte, sind weg. "Kruse wusste wahrscheinlich schon beim Unterzeichnen des Mietvertrags, dass wir keine Genehmigung bekommen werden", ist sich Umberto Vella sicher. Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen war Immobilien Kruse für unsere Zeitung nicht zu erreichen.Die Zukunft der alten Druckerei steht indes weiter offen. Ortsvorsteher Norbert Sprafke wünscht sich eine Nutzung, die der Umgebung angemessen ist. Die Zwangsvollstreckung sei "ein weiteres Kapitel in der traurigen Geschichte, wie mit dem Gebäude umgegangen wird. Hauptsache, es verkommt nicht wieder zu einer Rattenburg", so Sprafke.

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