Edward Snowdens "Glas der Vernunft" wartet im Kasseler Stadtmuseum

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Das Glas der Vernunft ist eine Auszeichnung, mit der Personen oder Institutionen geehrt werden, die sich in besonderer Weise um die Maximen der Aufklärung - Vernunft und Toleranz sowie die Überwindung ideologischer Schranken - verdient gemacht haben. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird symbolisiert durch eine Skulptur, gestaltet von dem Kasseler Künstler Karl Oskar Blase: ein Glas-Prisma im Oktogon. Glas steht für Transparenz und Zerbrechlichkeit, das Prisma für Aufklärung durch wissenschaftliche Analyse, das Oktogon für Vollkommenheit.

Die Skulptur „Glas der Vernunft“, die den gleichnamigen Kasseler Bürgerpreis symbolisiert, ist bereits an Preisträgerinnen und Preisträger aus vielen Ländern der Welt gegangen. Der 26. Preis jedoch, der im Jahr 2016 an Edward Snowden verliehen wurde, blieb vorerst in Kassel. Es wird jetzt im Stadtmuseum ausgestellt, ergänzt durch eine Medienstation.

Kassel.  Interessierte können sich nun im öffentlich zugänglichen Bereich des Museums über die Preisvergabe an Snowden informieren. Die Präsentation stellt dabei die Entscheidung in den Zusammenhang der Geschichte des Preises, der zum ersten Mal 1991 verliehen wurde, dokumentiert und würdigt die 27 Jahre dieses bürgerschaftlichen Engagements.

An dem Festakt zur Preisverleihung im vergangen September im Kasseler Staatstheater konnte Snowden nicht persönlich teilnehmen, er sprach durch eine Liveschaltung mit dem Publikum. Mit seinen Enthüllungen über Datensammlungen amerikanischer Geheimdienste im Jahr 2014 hat er sich der Strafverfolgung seine Heimatlandes USA ausgesetzt und inzwischen in Russland Asyl erhalten, wo er an einem unbekannten Ort lebt.

Dass er sich im Sinne des Gesetzes ins Unrecht setzte, war Snowden bewusst. Den hohen persönlichen Preis für sein Handeln trägt er heute. Er polarisiert nicht nur, sondern hat auch eine weltweite Diskussion zu den Themen Datensicherheit und persönliche Freiheitsrechte ausgelöst. Im Kasseler Stadtmuseum besteht jetzt die Gelegenheit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen

„So umstritten er auch ist: Edward Snowden hat uns aufmerksam gemacht auf die Gefahren einer ungezügelten Datennutzung und einer Datenspeicherung. Er hat eine Diskussion darüber ausgelöst, was Staaten dürfen und wie weit ihnen erlaubt sein soll zu gehen, wenn die individuellen Freiheiten des Einzelnen tangiert sind. Er sieht Grundrechte nicht nur in Frage gestellt, sondern angesichts globaler Gefahren aufgegeben. Auch in Zeiten des Terrors müssen wir die Werte unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats verteidigen“, sagte Bernd Leifeld, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises „Das Glas der Vernunft“.

(v.l.n.r.) Kathrin Schellenberg (stellvertretende Museumsleiterin), Bertram Hilgen (Oberbürgermeister), Bernd Leifeld (Vorsitzender Gesellschaft der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises "Das Glas der Vernunft")

Kassel Oberbürgermeister Hilgen ergänzte: „Die Verleihung des Preises „Glas der Vernunft“ an Edward Snowden war ein mutiger Schritt. Weltweit hat er mit der Aufdeckung auch der internationalen Dimension von Datensammlung, Datenmissbrauch und auch Wirtschaftsspionage Diskussionen ausgelöst. Die Frage danach, wie weit der Staat in die persönlichen Freiheitsrechte des Einzelnen eingreifen muss oder darf, wurde seither in einer vorher nie gekannten Grundsätzlichkeit aufgeworfen.“

Der in Kassel lebende Bundesminister a.D. und ehemalige Oberbürgermeister der Stadt, Hans Eichel, hat mit einer Idee und mit der tatkräftigen Beteiligung der Gäste seines 75. Geburtstages die Installation im Stadtmuseum unterstützt: Statt Geschenken hatte er um Geldspenden gebeten und die Summe über den Verein „Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V.“ für die Präsentation zur Verfügung gestellt.

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