Einmalige Forschungsexpedition des SFN Nordhessen: Mit Kasseler Boot in Höhlen unterwegs

+
Erforschten die Höhle in Slowenien: (v.li.) Leon Nitsche, Malte Lemster, Dr. Mitjan Prelovseka, Moritz Grumann, Leon Kausch und Klaus-Peter Haupt.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen waren drei Jungen des Schülerforschungszentrums Nordhessen in Slowenien zur Expedition von Höhlen.

Kassel/Slowenien. In den letzten zwei Wochen war Klaus-Peter Haupt, der Leiter des Schülerforschungszentrums Nordhessen SFN, mit Leon Kausch (18), der im letzten Jahr das Wasseranalyseboot gebaut hat und die BuGa-Seen untersucht hat, Leon Nitsche (15) und Moritz Grumann (17) von der Außenstelle in Witzenhausen sowie dem SFN-Mitarbeiter Malte Lemster (Student Uni Kassel) in Postonja/ Slowenien. Hier wurde mit dem slowenischen Wissenschaftler Dr. Mitjan Prelovseka vom slowenischen Karstforschungsinstitut eine aktive Wasserhöhle in insgesamt drei jeweils bis zu 10 Stunden dauernden Expeditionen untersucht.

Mit ihrem Höhlenforschungsboot erforschten Klaus-Peter Haupt und die drei Jugendlichen aus Nordhessen die Höhle in Postonja.

Die drei Jungs haben ein Höhlenforschungsboot (MIKA = Minimal Invasisves Karst Analyseboot) entwickelt und untersuchten das Wassersystem der verzweigten Höhle erstmalig nach biologischen, chemischen und physikalischen Aspekten. Gleichzeitig hatten sie auch mit einem LIDAR (Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, Anm. d. Red.) die Höhlenstruktur gescannt und werden jetzt mit einem selbst entwickelten Verfahren 3D-Bilder der Höhlengänge erstellen.

Analyse der Höhle in 3D

„Ich habe vorher im Fallschacht des SFN Leon Kausch in der Single Rope Technik trainiert, so dass ich mit ihm in Schächte der Höhle absteigen konnte, wo er Wasserproben entnommen hat. Mit Schlauchbooten sind alle bis zu drei Kilometer in die Höhle gefahren, haben Bojen ausgesetzt, die organische Substanzen sammeln und minimalinvasiv mit dem selbstgebauten Boot Wasserproben entnommen“, berichtet Klaus-Peter Haupt.

Die Jugendlichen während der Expedition in der Höhle.

Auch außerhalb der eigentlichen Höhle wurden an zahlreichen Stellen vermutete Zu- und Abflüsse untersucht. Dr. Prevlovseka war mit Leon Kausch auch in einem in der Regel sogar für Forscher geschlossenen Höhlenzweig. Viele Tage sind die Jugendlichen im Karstfoschungsinstitut in Postonja gewesen und haben schon vor Ort ihre Daten und kritische Proben ausgewertet, aber in den nächsten Wochen stehen noch viele Analysen im SFN Chemielabor, im Biolabor und unter dem Elektronenmikroskop an. „Gerade unter dem Einfluss der Geschehnisse in Thailand haben wir strengste Sicherheitsvorkehrungen getroffen um auch im Notfall nicht in eigentliche Gefahr zu geraten“, so Haupt. Das Projekt läuft seit einem Jahr, die Expedition selbst wurde seit Dezember 2017 intensiv vorbereitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"Alles wie immer": Kulturzelt-Saison in Kassel gestartet

Den Auftakt der Konzertreihe machte Flo Mega mit souligen Hip Hop- und Reggae-Klängen.
"Alles wie immer": Kulturzelt-Saison in Kassel gestartet

Kassel: Unbekannter begrapscht junge Frau und flüchtet - Polizei sucht Zeugen

Ein bisher Unbekannter Mann hat eine 23-jährige Frau aus Kassel zwischen die Beine gegriffen. Die Polizei sucht Zeugen.
Kassel: Unbekannter begrapscht junge Frau und flüchtet - Polizei sucht Zeugen

10.000 demonstrierten in Kassel gegen rechte Gruppe

100 Rechte demonstrierten für ihre Anliegen - 10.000 hielten in Kassel dagegen.
10.000 demonstrierten in Kassel gegen rechte Gruppe

Kassel: Einbrecher schlagen Schaufensterscheibe ein - Alarmauslösung schlägt sie in die Flucht

Am Samstagmorgen wurde in Waldau in ein Verkaufsgeschäft eingebrochen. Die Polizei sucht Zeugen.
Kassel: Einbrecher schlagen Schaufensterscheibe ein - Alarmauslösung schlägt sie in die Flucht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.