Zum Schutz der Bürger in der Stadt Kassel: Veranstaltungen abgesagt, Diskos und Kinos geschlossen

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Aufgrund des Coronavirus legt die Stadt weitreichende Schutzmaßnahmen fest. So werden alle größeren Veranstaltungen bis Ostern abgesagt, auch Kinos, Diskotheken und Saunen werden geschlossen.

Kassel. Auf einer Pressekonferenz verkündeten Oberbürgermeister Christian Geselle und das zuständige Gesundheitsamt, dass bis zum 30. April folgende Veranstaltungen abgesagt werden:

- alle städtischen Veranstaltungen

- alle Veranstaltungen von Kassel Marketing, MHK und in den Messehallen

- alle Veranstaltungen im Staatstheater/ Opernhaus

- die Ausstellung Körperwelten

- Tag der Erde, die Kasseler Frühlingsfreiheit und der Ostermarkt auf dem Königsplatz 

Damit geht die Stadt über einen entsprechenden Erlass des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration vom 12. März 2020 hinaus.

Oberbürgermeister Geselle: "Das Coronavirus wird sich weiter ausbreiten. Daher ist es uns wichtig, diese Ausbreitung, soweit möglich, einzudämmen bzw. zu verlangsamen. In solch einer Phase ist es leider unumgänglich, dass das öffentliche Leben Einschränkungen erfährt. Ich habe Verständnis, dafür, dass die jetzt notwendigen Absagen von vielen Veranstaltungen auch für Unmut sorgen werden. Aber der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hat höchste Priorität."

Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote: "Es ist notwendig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, auch um die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitssystems zu gewährleisten."

Überregionale Sportveranstaltungen wie die Heimspiele des KSV Hessen Kassel und der Handballer der MT Melsungen können ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Einschränkungen gibt es auch für Bade- und Saunabetriebe. Diese haben entsprechende Zugangskontrollen sicherzustellen, dass sich keine zu große Zahl von Menschen in den Einrichtungen sammelt.

Die Anordnung auf Schließung betrifft auch Kasseler Diskotheken und Kinos und ist überwiegend auf Verständnis gestoßen. Auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften werden informiert.

Die Stadt Kassel beobachtet die weitere Entwicklung fortlaufend und wird gegebenenfalls über weitere Maßnahmen entscheiden.

Bestätigte Fälle von COVID-19 in Kassel

In der Stadt Kassel ist die Erkrankung von drei Patienten an der Atemwegserkrankung nachgewiesen worden. Der Verdacht ist am Mittwochabend bestätigt worden.

Auf Anordnung des Gesundheitsamtes und in enger Abstimmung mit den Hausärzten befinden sich zwei Frauen im Alter von 28 Jahren und ein 56 Jahre alter Mann aus der Stadt Kassel in häuslicher Isolation. Alle waren vor kurzem aus dem Skiurlaub in Österreich zurückgekehrt und hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen dort mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Alle Patienten haben milde Symptome einer Atemwegserkrankung wie Fieber, Husten und Halsschmerzen.

Kontaktpersonen wurden schon ausfindig gemacht und befinden sich vorsorglich ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Derzeit liegen keine Hinweise vor, dass sich weitere Menschen durch den Kontakt mit den Erkrankten infiziert haben.

Insgesamt ist im Bereich des Gesundheitsamtes Region Kassel inzwischen bei sechs Personen COVID-19 nachgewiesen worden: drei stammen aus der Stadt Kassel, drei aus dem Landkreis.

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