Elektronische Erleichterung für Alltag im Alter: AWO-Vorführwohnung zeigt, wie Technik Senioren helfen kann

Über das Tablet können Temperatur, Licht und Heizung gesteuert werden. Quartiersmanagerin Silvia Wels und Melanie Heußner (Wohnen im Alter) haben die Vorzeige-Wohnung in der Querallee 40 eingerichtet und technisch aufgerüstet.
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Über das Tablet können Temperatur, Licht und Heizung gesteuert werden. Quartiersmanagerin Silvia Wels und Melanie Heußner (Wohnen im Alter) haben die Vorzeige-Wohnung in der Querallee 40 eingerichtet und technisch aufgerüstet.

Dass diese Technik nicht nur jüngeren Menschen vorbehalten ist, sondern auch eine echte Erleichterung im Alltag älterer oder eingeschränkter Menschen bieten kann, zeigt die AWO Nordhessen mit ihrer Musterwohnung in der Querallee 40.

Kassel. Rollläden hochziehen oder extra aufstehen, um das Licht zu dimmen – die Anstrengung kann man sich sparen, wenn man seine Wohnung mit moderner Technik ausgestattet hat. Dass diese Technik nicht nur jüngeren Menschen vorbehalten ist, sondern auch eine echte Erleichterung im Alltag älterer oder eingeschränkter Menschen bieten kann, zeigt die AWO Nordhessen mit ihrer Musterwohnung in der Querallee 40.

Kleine Helfer, große Wirkung: Saadet Sen (Abteilungsleiterin Altenhilfe) mit einem elektrischen Dosenöffner und AWO-Nordhessen Geschäftsführer Michael Schmidt mit dem kleinen Telepräsenz-Robotor. Ein Aufsteh-Sessel bietet ebenfalls Erleichterung im Alltag

Hier haben Melanie Heußer (zuständig für Wohnen im Alter) und Quartiersmanagerin Silvia Wels eine Bestandswohnung mit etablierter Technik im oberen vierstelligen Bereich ausgestattet. „Wir wollen Menschen hier in der Musterwohnung die besten Möglichkeiten zeigen. Natürlich ist nicht alle Technik, die wir hier verbaut haben, unbedingt möglich. Doch wir wollen zeigen, was umsetzbar ist“, so Melanie Heußer, die sich an der Universität mit technischer Assistenz beschäftigt hat und gemeinsam mit Silvia Wels auch Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter über dieses Thema schult.

Auch die AWO-Pflegeschüler erhalten im Zuge ihrer Ausbildung Einblicke in die Wohnung, da das Thema viele Möglichkeiten bietet. Denn dank der Technik ist es Senioren oder eingeschränkten Personen möglich, eigenständiger wohnen zu können.

Der kleine Telepräsenz-Roboter kann per App gesteuert werden und bietet Angehörigen die Möglichkeit, nachschauen, ob Hilfe nötig ist oder mit ihren Liebsten zu kommunizieren.

Verbaut ist in der 53 Quadratmeter großen Wohnung ein kabelbasiertes System, welches Datenschutztechnisch auf höchstem Niveau ist und per Sprachsteuerung Befehle wie „Schließe den Rollladen rechts“ oder „Öffne das Fenster links im Schlafzimmer“ reagieren kann. Dem System in der Querallee können alle Befehle angelernt werden. Möglich wäre beispielsweise auch ein System über Funk zu installieren, welches dann günstiger wäre. Zudem gibt es dort auch kleinere Helferlein wie einen Staubsaugrobotor, Aufsteh-Sessel, eine Überwachung der Kochplatten oder eine Fußmatte, die mit dem Hausnotrufsystem verbunden ist. Fällt der Bewohner aus dem Bett, werden Pflegedienst oder Angehörige benachrichtigt. Auch einen kleinen, per App steuerbaren Telepräsenzrobotor, der es Angehörigen ermöglicht, mit den Bewohnern zu kommunizieren oder aber nachschauen fahren kann, ob etwas passiert ist. Gefördert werden solche technischen Lösungen teilweise von der Pflegekasse. Melanie Heußer und Silvia Wels stehen Interessierten beratend zur Seite.

Auf der Webseite der AWO Nordhessen findet sich zudem ein virtueller Rundgang der Wohnung, bei dem gezeigt werden, wo und auf welche Weise Technik verbaut worden ist. Zu finden hier.

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