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Emir Ahmatovic im WBA Continental-Titelfight

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Emir Ahmatovic im Sparring, hier gegen Daniel Dietz.
IMG_5346.JPG © Krümler

Knüppelhartes Training beim Team Ernesto Plantera - Boxer wird seit Wochen in Kassel auf den Kampf vorbereitet.

Kassel Unter dem Motto „The Show Must Go On“ steigt am 29. Juli in Ferizaj im Kosovo ein großes Box-Event. Dabei wird es im Hauptkampf dieser Veranstaltung – einem WBA Continental-Titelfight – mit der Kollision zwischen den deutschen Schwergewichtlern Emir Ahmatovic und Tom Schwarz (27) nicht nur zu einem Generationenduell kommen, sondern auch zu einem Kampf der Werte. Auf der einen Seite der 35-jährige Ahmatovic, der unter anderem im Bereich Gewaltprävention in Schulen und in öffentlichen Unternehmen tätig ist. Auf der anderen Seite der 27-jährige Schwarz, der seiner Ex-Freundin mit einem Faustschlag den Unterkiefer dreifach gebrochen hatte, woraufhin sich ein früherer Arbeitgeber, der SES-Boxstall, 2020 umgehend von ihm trennte. SES-Promoter Ulf Steinforth unterstrich damals: „Wir lehnen jede Form von Gewalt ab, da gibt es null Toleranz.“

Staatsanwaltschaft und Richter sahen es als erwiesen an, dass es sich nicht um gefährliche Körperverletzung handle, da nicht deutlich geklärt werden konnte, ob Tessa S. nach dem Schlag tatsächlich bewusstlos war. Laut Richter Leopold hätte Schwarz den Schlag als Profiboxer aber anders dosieren müssen. Allerdings habe sich auch das Opfer an dem Abend „nicht mit Ruhm bekleckert“, so der Richter. Das Verfahren vor dem Amtsgericht in Burg (Sachsen-Anhalt) wurde eingestellt Schwarz kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Euro davon. Das Gericht begründete die Milde seines Urteils unter anderem damit, dass Schwarz durch die Sperre als Profiboxer erhebliche berufliche Nachteile entstanden seien. Fünf Monate nachdem die Einstellung seines Prügel-Prozesses vielfach für Entsetzen gesorgt hatte, stieg der Boxer am 9. April in der Stadthalle Falkensee (Brandenburg) wieder in den Ring.

Beide Boxer sind, wenn man ihre Kampfrekorde ansieht, nicht als Boxer mit wenig Schlagkraft bekannt. Tom Schwarz (27-1(1), 19 KO) geht mit Vorteilen hinsichtlich seiner Größe (1,97 m) und Reichweite sowie Gewicht in dieses Duell. Ahmatovic (12-1, 9 KO) ist erst spät zu den Profis gewechselt, blickt allerdings auf eine lang anhaltende erfolgreiche Karriere im Amateurbereich zurück. Hier kann er eine beachtliche Knockoutrate und die Mitgliedschaft in der deutschen Nationalmannschaft vorweisen. Sein größter Erfolg als Amateur war der Gewinn der Bronzemedaille im Schwergewicht bei den Europameisterschaften 2013 in Minsk. Emir Ahmatovic ist zwar der kleinere (1,88 m) jedoch erfahrenere Mann, wenn man die Gesamtzahl der Wettkampfeinsätze sieht.

Seit Wochen trainiert der in Wetzlar aufgewachsene Ahmatovic für den Kampf, unter völlig neuen Bedingungen, wie er gesteht: „Früher habe ich mich vorwiegend alleine vorbereitet, jetzt steht ein ganzes Team hinter mir.“ Das hat Ernesto Plantera (Protex) - selbst drei Jahre in den Top Ten der besten Halbschwergewichtler - zusammengestellt. „Marvin ist sein Personaltrainer, Maciek ist für das Kraftausdauertraining zuständig, Salva macht Neuroathletik und Faszientraining. Im Sparring sind neben mir noch ein paar sehr gute Schwergewichtler, aber auch der Superschwergewichtler im Kickboxen Daniel Dietz, die extra deswegen nach Kassel anreisen“, berichtet Ernesto Plantera. Ein Ernährungsberater rundet das Team hinter Ahmatovic ab..“

Schon allein vor dem Hintergrund der Geschehnisse wollte Emir den Kampf für Deutschland und die Boxfans annehmen“, unterstreicht Plantera die Ausgangslage. „Wir lieben den Kampfsport, hassen aber Gewalt!“ Er verspricht: Für den Magdeburger Tom Schwarz wird der Kampf alles andere als ein leichtes Unterfangen. Während Ahmatovic zu seinen Amateurzeiten das „Who is Who“ vor den Fäusten hatte, kann Schwarz nicht auf eine solch lange Amateurkarriere zurückblicken. Als Profi stand er gegen Tyson Fury zwei Runden im Ring und wurde regelrecht verprügelt, ehe er vorzeitig aus dem Kampf genommen wurde. Zuvor gab man ihm, vor allem aufgrund seines Alters und dem Aufbau seiner Karriere gut ausgewählte Gegner. Ahmatovic stellt daher für Schwarz ein absolutes Risiko dar!

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